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Der Bendlerblock

Der Bendlerblock in Berlin symbolisiert in besonderem Maße Licht und Schatten der jüngeren deutschen Militärgeschichte.

Eingang vom Antreteplatz des Bendlerblocks in Berlin

Eingang vom Antreteplatz des Bendlerblocks in Berlin (Quelle: Bundeswehr/Modes)Größere Abbildung anzeigen

Das Gebäude in der Nähe des Tiergartens wurde zwischen 1911 und 1914 für das Reichsmarineamt errichtet. Während der Weimarer Republik nutzte man es zusätzlich als Dienstsitz für die Reichswehrführung.

Seine heutige Gestalt erhielt der Bendlerblock nach umfangreichen Erweiterungen im Jahr 1938. Im Hauptgebäude am Landwehrkanal residierten Teile der Seekriegsleitung sowie des Amtes Ausland unter Admiral Wilhelm Canaris. Den Ostflügel nutzte das Allgemeine Heeresamt des Oberkommandos des Heeres.

Unter Führung des Generals der Infanterie Friedrich Olbricht bildete sich im Bendlerblock das Zentrum des militärischen Widerstands. Hier arbeitete Olbricht den Operationsplan „Walküre“ in einen Plan für den Staatsstreich gegen Hitler um.

Im Oktober 1943 wurde Oberst Schenk Graf von Stauffenberg in das Allgemeine Heeresamt versetzt. In seiner Funktion als Chef des Stabes beim Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres ab Juli 1944 hatte er direkten Zugang zu den Lagebesprechungen im Führerhauptquartier „Wolfsschanze“. Am 20. Juli 1944 zündete er dort eine Bombe und kehrte nach Berlin zurück.

In der Bendlerstraße versuchten die Verschwörer bis in die Abendstunden verzweifelt, einen Staatsstreich in Gang zu setzen. Da Hitler das Attentat jedoch nur leicht verletzt überlebt hatte, konnte das Regime bereits nach kurzer Zeit Gegenmaßnahmen ergreifen.

Nach der Verhaftung der Verschwörer im Bendlerblock wurde Generaloberst Beck zum Freitod gezwungen. General Olbricht, Graf von Stauffenberg und weitere Widerständler wurden noch in der Nacht im Innenhof des Gebäudes standrechtlich erschossen.

Nach dem Ende des Krieges begann der Wiederaufbau des zerstörten Bendlerblocks, der ab den fünfziger Jahren vor allem von Behörden genutzt wurde. 1953 enthüllte der Regierende Bürgermeister von Berlin, Ernst Reuter, im Innenhof des Gebäudes ein Ehrenmal zur Erinnerung an die Widerstandskämpfer.

Seit Ende der sechziger Jahre ist die Gedenkstätte Deutscher Widerstand im Bendlerblock untergebracht, die nach einer Erweiterung im Jahr 1989 wieder für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich ist.

Als Folge der Wiedervereinigung und des Umzugs der Bundesregierung nach Berlin nutzen die Verteidigungsminister seit September 1993 den Bendlerblock als zweiten Dienstsitz.

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Stand vom: 27.08.16


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