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Clausewitz-Strategiegespräch: „Cyber-Bedrohung ist wie die Pest“ ...

Berlin, 19.02.2016.
... „Die bekämpft man vor allem durch bessere Hygiene und Prävention.“ So brachte es am 17. Februar Gundbert Scherf, Beauftragter für die strategische Steuerung nationaler und internationaler Rüstungsaktivitäten der Bundeswehr, beim 8. Clausewitz-Strategiegespräch auf den Punkt.

Gundbert Scherf im Sessel sitzend

Gundbert Scherf ist der Beauftragte für die strategische Steuerung nationaler und internationaler Rüstungsaktivitäten der Bundeswehr (Archivfoto). (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

In der Berliner Landesvertretung Sachsen-Anhalts sprach der Experte aus dem Verteidigungsministerium darüber, wie sich Streitkräfte künftig auf die strategischen Herausforderungen im Cyber-Raum einstellen. Dies im Rahmen des Themas „Von der nuklearen Bedrohung zum Cyber-Krieg: Strategische Risiken und Bedrohungen im Wandel“.

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Enorme Relevanz für das sicherheitspolitische Umfeld

Mit seinem pointierten Statement wies Scherf auf die enorme Relevanz hin, der Cyber-Raum und die Hybride Kriegsführung mittlerweile für das sicherheitspolitische Umfeld haben. Eine neue Quantität und Qualität der Bedrohung sei erreicht durch die weitreichenden Veränderungen, die sich im Kern um IT, Digitalisierung und Cyber drehten. „Wir reden von Umwälzungen, die die Handlungsfähigkeit der Streitkräfte – also den Kern der Bundeswehr – berühren“, so Scherf.

Spionage, Cyber-Terror und Sabotage-Attacken – die Menge der Cyber-Angriffe wachse weltweit. Jedoch sind professionelle Angriffe immer zielgerichteter und anspruchsvoller und besitzen daher eine neue Qualität, so Scherfs Einschätzung. Cyber-Angriffe mit potenziell verheerenden Folgen für die Funktionsfähigkeit von Staaten bezeichnete er als eine strategische Bedrohung. Angesichts dieser rasanten Veränderung stelle sich die Bundeswehr dynamisch und innovativ auf diese Lage ein.

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Kein Einsatz ohne Mandat

„Deutschlands Sicherheit wird auch im Cyberraum verteidigt“, sagte Scherf. Cyber-Verteidigung und der Aufbau von entsprechenden, professionellen Cyber-Fähigkeiten werden zu Kernaufgaben der Bundeswehr. Dabei bleibe sie stets Parlamentsarmee. „Kein Einsatz von Cyber-Kräften ohne Mandat.“ Scherf stellte dies völlig klar.

„Wir müssen Innovation neu denken. Wir müssen mehr an Innovation „outside in“ teilhaben.“ Hier hob der Experte die aktuellen Ideen zu Kooperationen des Ministeriums mit Experten aus Wirtschaft und Forschung hervor. Diese sei auch deshalb so wichtig, weil die Bundeswehr durch fortschreitende Digitalisierung von funktionsfähigen und sicheren Netzwerken abhängig sei – im Grundbetrieb wie im Auslandseinsatz.

Diese Herausforderung habe die Bundeswehr erkannt und stelle sich ihr. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen habe bereits im September 2015 die Errichtung eines Cyber-Aufbaustabes im Ministerium verkündet. Er wird schon im Frühjahr dieses Jahres einen ersten Organisationsentwurf vorlegen. Im BMVg werde nach den derzeitigen Planungen ein Organisationselement „Cyber/IT“ errichtet, darüber hinaus sei ein neuer Organisationsbereich unter einem neuen Kommando „Cyber und Informationsraum“ in Planung. Doch es gehe natürlich um mehr als Strukturen.

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„IT neu denken“

„Wir müssen IT neu denken und Cyber-Sicherheit auf allen Ebenen einbauen“, erklärte Scherf. So sei beispielsweise die Cyber-Sicherheit künftig ein zentrales Element aller Rüstungsprojekte. Weiter gelte es, Cyber-Verteidigung und IT stärker zu verzahnen. Darüber hinaus werde die Bundeswehr für IT-Experten noch attraktiver werden.

Die Verfahren zur Beschaffung neuer IT sollen massiv beschleunigt werden. Strukturen und Prozesse, Personal und Material müssten an diese innovativen Fortschritte stetig angepasst werden. „Das Thema Cyber-Verteidigung“, so Scherfs Fazit, „wird wichtiger – es geht um die Zukunftsfähigkeit von Streitkräften.“

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Stand vom: 19.02.16 | Autor: Jörg Fleischer


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