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Interview mit US-Botschafter John B. Emerson: „Wir begrüßen die Führungsrolle Deutschlands in der NATO“

Berlin, 09.02.2016.
Im Interview mit der Redaktion der Bundeswehr erläutert der amerikanische Botschafter John B. Emerson seine Erwartungen an die deutsche Sicherheitspolitik. Deutschlands Engagement im Kampf gegen den Islamischen Staat und seine „entscheidende Rolle“ bei der Lösung des Ukraine-Konflikts würden in den Vereinigten Staaten sehr geschätzt. Die Beziehungen zwischen den USA und der Bundesrepublik sind für den Botschafter „unverzichtbar“.

Emerson im Interview

Von Deutschlands Beitrag im Kampf gegen den Islamischen Staat, seiner Rolle beim Ukraine-Konflikt und der Bewältigung der Flüchtlingskrise zeigt sich Emerson sehr beeindruckt. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Während der Amtszeit von Präsident Barack Obama habe ein Politikwandel stattgefunden, sagt Botschafter Emerson. Die USA setzten stärker auf Koalitionen und Verbündete, um Herausforderungen wie dem internationalen Terrorismus, Bürgerkriegen und Menschenrechtsverletzungen zu begegnen. Der NATO komme hierbei eine zentrale Bedeutung zu: „Sie bildet einen politischen und militärischen Rahmen zum Schutz unserer Völker, zur Lösung von auftretenden Problemen, und wir begrüßen die Führungsrolle, die Deutschland innerhalb der NATO spielt.“

Emerson erinnert die NATO-Mitgliedstaaten daran, dass sie ihre Verteidigungsausgaben erhöhen müssten, um die Sicherheit der Allianz zu gewährleisten und internationale Krisen zu bewältigen. Den Beschluss der Bundesregierung, den Rückgang der Militärausgaben umzukehren, wertet der Botschafter als richtigen Schritt. Er müsse allerdings konsequent fortgeführt werden, damit Deutschland seinen zugesagten Verpflichtungen nachkommen könne.

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Interview in deutscher Sprache

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Von Deutschlands Beitrag im Kampf gegen den Islamischen Staat, seiner Rolle beim Ukraine-Konflikt und der Bewältigung der europäischen Flüchtlingskrise zeigt sich Emerson sehr beeindruckt. Die Bundesrepublik sei außerdem das erste Land, das sich zu der ISAF-Nachfolgemission in Afghanistan – Resolute Support – verpflichtet habe. Zwischen US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel gebe es ein Versprechen: „Wir sind dabei, so lange Ihr dabei seid, und wir ziehen es gemeinsam durch. Wir schätzen dies wirklich sehr, es bedeutet uns sehr viel.“

Das Verhältnis zu Russland beschreibt Emerson als „komplex und wechselhaft“. Die aggressive Haltung Russlands im Ukraine-Konflikt, aber auch die innenpolitische Entwicklung des Landes betrachtet er mit Sorge. Andererseits seien die westlichen Staaten zum Beispiel bei der Lösung der Syrien-Krise auf eine Zusammenarbeit angewiesen. Emerson spricht sich für eine zweigleisige Russlandpolitik aus: „Wir können ihnen deutlich machen, wo wir anderer Meinung sind und uns für das Völkerrecht und Menschenrechte einsetzen; und gleichzeitig können wir mit ihnen an unseren vielen gemeinsamen Anliegen zusammenarbeiten.“

Emerson im Porträt

Botschafter Emerson sieht die USA und Deutschland Seite an Seite und erwartet eine stetige Weiterentwicklung der Beziehungen. (Quelle: dpa/Hitij)Größere Abbildung anzeigen

John B. Emerson ist seit August 2013 Botschafter der Vereinigten Staaten in Deutschland. Der gelernte Jurist hat deutsche Wurzeln und war bis zu seiner Nominierung Präsident einer der größten Investmentgesellschaften der Welt. 2015 wurde er für seine Arbeit als Botschafter mit dem Sue M. Cobb Award for Exemplary Diplomatic Service ausgezeichnet. Emerson ist verheiratet und hat drei Töchter.

Das vollständige Interview ist am 09. Februar 2016 auf www.weissbuch.de erschienen. Zitate sind zur Veröffentlichung freigegeben unter der Quellenangabe „Redaktion der Bundeswehr“.

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Stand vom: 15.02.16 | Autor: Florian Stöhr


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