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Bekenntnis zur Demokratie

Berlin, 20.07.2010.
Anlässlich des 66. Jahrestages des fehlgeschlagenen Attentats auf Adolf Hitler fand das Feierliche Gelöbnis junger Soldaten vor dem Reichstagsgebäude statt. Dabei gelobten die rund 420 Rekruten des Wachbataillons öffentlich vor rund 2.800 Angehörigen und Gästen „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.“

Zu Guttenberg mit einem Rekruten
Minister zu Guttenberg gratuliert den Rekruten (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Bereits zum dritten Mal in Folge traten Grundwehrdienstleistende des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung zum Feierlichen Gelöbnis auf dem Platz der Republik in Berlin an. Die Veranstaltung in direkter Nähe zum Deutschen Bundestag würdigt einerseits die Widerstandskämpfer um Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Darüber hinaus versinnbildlicht diese Nähe die enge Verbindung zwischen Parlament und Streitkräften.

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Dem deutschen Volke

Die enge Verbindung, die mit dem Begriff des Staatsbürgers in Uniform einhergeht, griff Bundesverteidigungsminister Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg in seiner Rede auf. Durch das Feierliche Gelöbnis bekenne sich die Gesellschaft „zur Bundeswehr als Streitkräfte in der Demokratie.

Wir bekennen uns dazu, dass Freiheit und Recht den besonderen staatlichen Schutz verdienen, und wenn es darauf ankommt, auch verteidigt werden wollen“, so der Minister. Vor diesem Hintergrund würdigte er den Mut und die Leistungen der Männer und Frauen des 20. Juli 1944. „Sie haben einst das Höchste gegeben, um das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes zu verteidigen. Sie haben ihr eigenes Leben gegeben.

Rekruten mit der Truppenfahne
Die Fahnenabordnung zum Fahneneid vorgetreten (Quelle: Bundeswehr/Bienert)Größere Abbildung anzeigen

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Am 20. Juli im Widerstand

Nicht nur der eigentliche Akt des Sprengstoffattentates auf Hitler war das Besondere des 20. Juli 1944. Vielmehr war es die Bereitschaft der Offiziere um Stauffenberg, die Zwänge des geleisteten Eides zugunsten des eigenen Gewissens zu überwinden. „Zu den Mutigen, die dazu bereit waren, gehörte auch Ewald-Heinrich von Kleist“, unterstrich zu Guttenberg in seiner Rede und kündigte damit zugleich den Gastredner des Feierlichen Gelöbnisses an.

Von Kleist, 1922 in Pommern geboren, war am 20. Juli 1944 als junger Leutnant im Bendlerblock in Berlin eingesetzt. Hier gehörte er zu der Gruppe der Widerstandskämpfer um General Olbricht und Oberst Graf von Stauffenberg. Nach dem gescheiterten Attentat kam von Kleist bis Dezember 1944 in ein Konzentrationslager. Da man ihm seine Aktivitäten nicht nachweisen konnte, entging er der Anklage.

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„Wir wollen zu ihr stehen!“

Von Kleist am Rednerpult
Ewald-Heinrich von Kleist spricht zu den Rekruten (Quelle: Bundeswehr/Bienert)Größere Abbildung anzeigen

In seiner Rede berichtete von Kleist über die Situation, die 1944 vor dem Attentat herrschte. Er stellte heraus, dass die Widerstandskämpfer bereit waren, jede Konsequenz zu tragen, denn „sie hatten begriffen, dass es wichtigeres gibt, als das eigene Dasein.“ Er beschrieb die enormen Gefahren, unter denen sie bereit waren zu planen, um „dieses Regime zu beseitigen.“ Der 88-Jährige betonte: „Es musste gewagt werden.

Auf bewegende Weise schilderte er den Zustand, in dem sich Deutschland zu dieser Zeit befunden habe und dass nach dem 20. Juli 1944 bis zur bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945 mehr Menschen ums Leben gekommen seien, als in den Kriegsjahren zuvor.

Ewald-Heinrich von Kleist dankte der Bundeswehr für „eine Epoche von 65 Jahren in Frieden.“ Im Anschluss bekräftigte er seine Haltung zur Bundeswehr und unterstrich: „Wir wollen zu ihr stehen!

Info-Box
Ewald-Heinrich von Kleist

Ewald-Heinrich Hermann Konrad Oskar Ulrich Wolf Alfred von Kleist-Schmenzin wurde am 10. Juli 1922 auf Gut Schmenzin in Pommern geboren.

Während des Zweiten Weltkriegs war von Kleist Offizier in der Wehrmacht und kam dort durch Oberst Graf von Stauffenberg mit dem militärischen Widerstand in Kontakt. Nach dem 20. Juli 1944 kam von Kleist zunächst ins Konzentrationslager. Anklage vor dem Volksgerichtshof konnte aus Mangel an Beweisen nicht erhoben werden. Infolgedessen wurde von Kleist bis zum Kriegsende an der Front eingesetzt.

1962 gründete von Kleist die Wehrkundetagung in München, die später zur Konferenz für Sicherheitspolitik wurde. Er moderierte sie bis ins Jahr 1998. Daneben arbeitete von Kleist als Verleger.

Von Kleist ist Vater eines Sohnes und einer Tochter. Er lebt mit seiner Frau Gundula in München.

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Stand vom: 22.07.2010 | Autor: Dominique Mosen

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