Kraft und Zuversicht tanken
„Lasst Euch mit Gott versöhnen“, so lautete das Motto der 49. Internationalen Soldatenwallfahrt in Lourdes. 15.000 Pilger aus mehr als 30 Nationen reisten in die kleine Stadt am Fuße der Pyrenäen, darunter auch Verteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung.
Erstmals seit über 15 Jahren besuchte damit ein Verteidigungsminister auf Einladung des Militärbischofs Dr. Walter Mixa die 600 deutschen Soldaten, die ihr Zeltlager auf dem weitläufigen Gelände oberhalb des Heiligen Bezirks aufgeschlagen hatten. Sie waren mit drei Sonderzügen aus Kiel, Berlin und Nürnberg zu der Soldatenwallfahrt angereist, die auf deutscher Seite unter der Gesamtleitung von Militärdekan Johann Meyer vom Katholischen Militärbischofsamt stand.„Lourdes steht für Frieden und Aussöhnung, für Kameradschaft zwischen den Nationen und Fröhlichkeit“, so der Minister am Samstagnachmittag bei seiner Ansprache vor den Soldaten. Zusammen mit dem Militärbischof, den Zeltlagerpilgern, den Kranken, die traditionell mit einer „Transall“ nach Lourdes geflogen worden waren und den Ehrengästen, war er am Samstagmorgen zunächst den Kreuzweg gegangen. Anschließend hatte Jung an der Messfeier für die deutschen Pilger an der Grotte teilgenommen.
In dieser Felsengrotte von Massabielle war dem französischen Mädchen Bernadette Soubirous im Jahr 1858 eine weiß gekleidete Dame, die einen Rosenkranz in der Hand hielt - die Gottesmutter - erschienen. Bereits kurz nach Bekanntwerden der Erscheinungen an der Grotte pilgerten viele Menschen nach Lourdes. 1862 erkannte eine kirchliche Untersuchungskommission diese Erscheinungen an. Das bedeutete den Beginn der Wallfahrten in der kleinen Stadt Lourdes. Seitdem kommen mehr als fünf Millionen Pilger jedes Jahr hierher.
In seiner Rede griff der Minister die zentrale Botschaft aus der Predigt des Militärbischofs auf. Mixa hatte von zwei Soldaten erzählt, die im vergangenen Jahr mit den Worten auf ihn zugekommen waren: „Wir sind weder evangelisch, noch katholisch. Wir sind eigentlich gar nichts.“ Ein paar schöne Tage hätten sie sich machen wollen. Nach ihrem Aufenthalt in Lourdes hätten die beiden aber eine ganz andere Erfahrung gemacht.
Das Zeltlager habe sich als eine eindrucksvolle Begegnungsstätte, die Grotte als ein Platz der Besinnung, entpuppt. „Wir fahren von hier mit anderen Gedanken wieder weg“, resümierten sie. Jung wünschte den Soldaten, dass sie innere Kraft und Zuversicht in Lourdes tankten und mit neuen Gedanken in die Heimat zurückkehrten. Darüber hinaus bedankte er sich bei den Militärseelsorgern für ihr großes Engagement, das sie nicht zuletzt in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr bewiesen.
Bilder
Gläubig (Quelle: Bundeswehr / Bienert)
Größere Abbildung anzeigenAm Kreuzweg (Quelle: Bundeswehr / Bienert)
Größere Abbildung anzeigenDie deutsche Delegation (Quelle: Bundeswehr / Bienert)
Größere Abbildung anzeigenSoldaten tragen Kranke auf dem Kreuzweg. (Quelle: Bundeswehr / Bienert)
Größere Abbildung anzeigenDr. Franz Josef Jung und Dr. Walter Mixa (Quelle: Bundeswehr / Bienert)
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