Eine leistungsfähige Marine – auch in Zukunft
Wilhelmshaven, 29.07.2010.
Im Rahmen seiner Sommerreise besuchte Bundesverteidigungsminister Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg am 28. Juli den Marinestandort Wilhelmshaven. Dort besichtigte er den Einsatzgruppenversorger „Berlin“ und das Marinearsenal.

„Der Bundesminister der Verteidigung ist an Bord
“, ertönte es am Vormittag aus der Lautsprecheranlage des Schiffes. Mit einem „Seite pfeifen“, der traditionellen Ehrenerweisung der Marine, wurde zu Guttenberg an Bord des Einsatzgruppenversorgers (EGV) „Berlin“ empfangen. Dort begrüßte ihn der Kommandeur der Einsatzflottille 2 Flottillenadmiral Thorsten Kähler.
Die größten schwimmenden Einheiten
Einsatzgruppenversorger sind Versorgungsschiffe, die die Unterstützung einer Einsatzgruppe in See ermöglichen. Mit 174 Metern Länge, 139 Mann Besatzung und einer Einsatzverdrängung von mehr als 18.500 Tonnen sind sie die größten schwimmenden Einheiten der Marine. Derzeit verfügt die Marine über zwei Einsatzgruppenversorger, die beide zur Einsatzflottille 2 gehören. Deren Chef des Stabes, Kapitän zur See Eckhard Bödeker, informierte den Minister zunächst in einem Vortrag über die Einsatzflottille, ihre Struktur, Fähigkeiten und Beteiligung an laufenden Einsätzen. Die „Berlin“ ist in Wilhelmshaven stationiert.
In einem anschließenden Rundgang durch das Schiff konnte sich der Minister von der hervorragenden Ausstattung und den besonderen Fähigkeiten des Versorgers überzeugen. Einsatzgruppen der Marine setzen sich – abhängig vom jeweiligen Auftrag – aus verschiedenen Schiffen zusammen. Einsatzgruppenversorger haben dabei die Aufgabe, die Versorgung dieser Einheiten mit Betriebsstoffen, Verbrauchsgütern, Proviant und Munition sicherzustellen. Darüber hinaus sind an Bord zwei SEA KING-Marinehubschrauber für spezielle Aufgaben und ein Marineeinsatzrettungszentrum (MERZ), dessen notfallmedizinische Kapazität etwa der eines Kreiskrankenhauses entspricht.

Zu Guttenberg: „Fähigkeiten auf allerhöchstem Niveau
“
Die Vielseitigkeit der Versorgungsschiffe ermöglicht ein breites Einsatzspektrum: Von der Logistischen Unterstützung auch in weit entfernten, großen Seegebieten über Humanitäre Hilfe bis hin zu militärischen Evakuierungsoperationen oder einem Einsatz als Führungsplattform von See. Zu Guttenberg sagte, dass der Einsatzgruppenversorger für die Notwendigkeiten aktueller und künftiger Einsatzszenarien stehe.
Immer wieder suchte der Minister an Bord des Schiffes das direkte Gespräch, um „von den Soldaten einen Eindruck zu bekommen, über Themen, die sie berühren
“ und dabei über „Defizite, gewisse Mängel, über Wünsche und Hoffnungen
“ zu sprechen. Dies seien Eindrücke, die man nicht „an einem ministeriellen Schreibtisch
“ gewinnen könne. Des Weiteren habe er sich durch seinen Besuch ein gutes Bild davon machen können, über welche „Fähigkeiten auf allerhöchstem Niveau
“ die Marine verfügt. Auf die anstehenden Veränderungen in der Bundeswehr angesprochen, bekräftigte der Minister sein Ziel: „Ich will auf jeden Fall eine leistungsfähige Marine auch in der Zukunft haben
.“

Das Marinearsenal – vielseitiger Dienstleister
Von der „Berlin“ setzte der Minister anschließend mit einer Barkasse des Marinearsenals zum Bauhafen über. Dort wurde er in einer Werkhalle vom Leitenden Direktor des Marinearsenals Heinrich Peter Sondermann und Mitarbeitern der Dienststelle empfangen.
Das Marinearsenal ist eine rein zivil besetzte Dienststelle und gehört zum Geschäftsbereich des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung. Die Dienststelle ist verantwortlich für die Materialerhaltung an den Schiffen, Booten und Landanlagen der Marine. Dies umfasst das gesamte Management zur Instandsetzung insbesondere der Führungs- und Waffeneinsatzsysteme. Dazu verfügt das Marinearsenal über eigene Werkstätten, arbeitet aber auch mit zivilen Werften zusammen. Zudem unterstützt das Marinearsenal die Marine bei ihren Einsätzen.
Auch im Marinearsenal suchte der Minister das persönliche Gespräch mit den Mitarbeitern. Er habe den Eindruck gewonnen, dass „hier seit Jahrzehnten erstklassige Facharbeit geleistet wird“.
