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Minensprengung und Piratenabwehr in der Ostsee – Minister besucht die Marine

Eckernförde, 10.03.2010.
„Marine im Einsatz“ – unter diesem Motto stand der Antrittsbesuch von Verteidigungsminister Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg am 9. März im Marinestützpunkt Eckernförde. An Bord der Fregatte Mecklenburg-Vorpommern begrüßte der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Wolfgang Nolting, den Minister. Auf der Fregatte erlebte zu Guttenberg die Deutsche Marine in Aktion.

Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg auf einer Fregatte. Ein Schnellboot im Hintergrund
Der Verteidigungsminister zu Besuch bei der Marine (Quelle: Bundeswehr/Björn Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Bei schneidend kaltem Wind landete der Minister mit einem Sea King-Hubschrauber auf dem Flugdeck der Fregatte, die mit zehn Knoten durch die Eckernförder Bucht fährt. Ein Manöver, für das Piloten speziell geschult werden, da bei der Landung sowohl die Bewegung des Schiffes als auch die Windrichtung berücksichtigt werden müssen. In kurzen Vorträgen wurde der Minister in die aktuelle Lage und das Fähigkeitsprofil der Deutschen Marine eingewiesen. In dem anschließenden umfangreichen Vorführungsprogramm wurden einige ihrer Fähigkeiten eindrucksvoll demonstriert.

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Minensprengung in 15 Metern Tiefe

Eine gezündete Seemine lässt eine Wasserfontaine 50 Meter in die Höhe schießen
Demonstration einer Minensprengung (Quelle: Bundeswehr/Rippl)Größere Abbildung anzeigen

„Drei, Zwo, Eins – Detonation“. Etwa 200 Meter von der Fregatte Mecklenburg-Vorpommern entfernt wird die Wasseroberfläche plötzlich weiß und hebt sich empor. Einen Augenblick später schießt eine Wasserfontaine 50 Meter in die Höhe. In rund 15 Meter Tiefe haben Minentaucher eine Seemine mit 100 Kilogramm Sprengstoff zur Explosion gebracht.

Seeminen sind „Low Tech Waffensysteme“ und gefährden selbst Jahrzehnte nach ihrer Verlegung die maritimen Handelswege. Nur eine speziell ausgerüstete Marine ist in der Lage, diese Gefahr zu beseitigen, die in der Ostsee als Altlast der vergangenen Weltkriege noch immer präsent ist. Neben Minentauchern verfügt die Deutsche Marine daher über Minenjagd- und Minensucheinheiten, die mit Hilfe verschiedener Verfahren Seeminen orten und unschädlich machen können.

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Im Einsatz bei maritimen Sicherheitsoperationen

Einen weiteren Schwerpunkt des Vorführprogramms bildeten die maritimen Sicherheitsoperationen zur Überwachung und Kontrolle von Seegebieten und des Schiffsverkehrs. Dabei leistet die Deutsche Marine durch ihre Teilnahme an internationalen Einsätzen von NATO, EU und Vereinten Nationen weltweit einen wichtigen Beitrag zur internationalen Sicherheit.

Vor diesem Hintergrund wurden dem Minister die Kontrolle eines Handelsschiffes durch ein Boarding-Team demonstriert. Überprüft werden dabei Ladung, Ladepapieren und Personen an Bord eines verdächtigen Schiffes. Ein Bordhubschrauber des Typs Sea Lynx positioniert sich über dem Schiff und lässt über ein Seil eine Gruppe Soldaten hinab. Sofort beginnt das Boarding-Team das Schiff zu sichern. Dies alles geschieht schnell und professionell, um das stets vorhandene Risiko niedrig zu halten.

Das Boarding-Team besteht zumeist aus zehn bis zwölf speziell ausgebildeten Soldaten. Sie gehören zu den Spezialisierten Einsatzkräften der Marine, zu denen auch die Kampfschwimmer und Minentaucher zählen. Per Speedboot oder Hubschrauber wird ein Boarding-Team zu dem zu kontrollierenden Schiff verbracht. Die Kontrolle erfolgt dann, wenn optische Überprüfung sowie eine Abfrage über Funk eine Verdachtsmoment gegen ein Schiff nicht ausräumen können.

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Beeindruckt von den Fähigkeiten der Marine

Übung auf offenem Meer mit simuliertem Speedbootangriff auf Tender Rhein
Simulierter Speedbootangriff auf den Tender Rhein (Quelle: Bundeswehr/Ricarda Schönbrodt)Größere Abbildung anzeigen

Insgesamt standen bei dem Ministerbesuch Szenarien auf der Tagesordnung, die nahe an der Realität in den aktuellen Einsätzen der Marine waren. Darunter auch die Abwehr eines Piratenangriffs auf ein Handelsschiff mit Speedbooten, der durch den Einsatz von Hubschraubern vereitelt wurde. Die Vielzahl der gezeigten unterschiedlichen Schiffstypen gab einen Eindruck vom breiten Einsatzmöglichkeiten der deutschen Seestreitkräfte.

Die Deutsche Marine ist zwar die zahlenmäßig kleinste Teilstreitkraft der Bundeswehr. Sie leistet jedoch mit ihren 79 Booten und Schiffen, 54 Luftfahrzeugen sowie ihrer fachlichen Expertise einen entscheidenden Beitrag für die deutsche und internationale Sicherheitspolitik.

Von dem Tag an Bord der Fregatte Mecklenburg-Vorpommern ist der Verteidigungsminister beeindruckt. Der Besuch habe ihm eine Marine gezeigt, „die flexibel aufgestellt ist, die ein breites Spektrum abzudecken vermag“, sagte zu Guttenberg. „Ein hoch interessanter, sehr informativer Termin, den ich sehr, sehr gerne wahrgenommen habe“, lautete sein Fazit.

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Stand vom: 16.03.2010 | Autor: Jan Rippl

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