Amtsübergabe im Bundesministerium der Verteidigung
Berlin, 29.10.2009.
Mit militärischen Ehren empfingen Dr. Franz Josef Jung und die Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums am 28. Oktober den neuen Bundesminister der Verteidigung Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg im Berliner Bendlerblock. Zu Guttenberg ist der 15. und mit 37 Jahren zugleich jüngste Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland. Jung, der das Ministerium seit 2005 leitete, wurde im Anschluss mit einem Großen Zapfenstreich feierlich aus dem Amt verabschiedet.

Es war für den scheidenden Minister ein Abschied mit Wehmut. Er dankte den Soldaten, zivilen Angestellten und Reservisten für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung in den vergangenen vier Jahren und erinnerte an die Soldaten, die für Frieden und Freiheit gefallen sind. „Sie, Herr Minister zu Guttenberg, können sich in ihrem Amt auf eine moderne und leistungsstarke Truppe verlassen!“,
gab Jung seinem Nachfolger mit auf den Weg.

Rückkehr in einen vertrauten Aufgabenbereich
Seine neuen Aufgaben als Verteidigungsminister gehe er sowohl mit Freude als auch Respekt an, so der neue Amtsinhaber. Freude insbesondere deshalb, da die Beschäftigung mit der Außen- und Sicherheitspolitik seine Leidenschaft sei.
„Es ist die Rückkehr zu einer politischen Neigung“
, bekannte zu Guttenberg. So hat sich der neue Amtsinhaber bereits im Verteidigungsausschuss und im Auswärtigen Ausschuss sowie als Sprecher der CDU/CSU-Fraktion für Abrüstung, Nichtverbreitung und Rüstungskontrolle intensiv mit diesem Gebiet auseinandergesetzt.
Seinem Vorgänger dankte zu Guttenberg für die geleistete Arbeit: „Die deutsche Sicherheitspolitik ... zeigt unverkennbar die Handschrift von Franz Josef Jung.“
Dabei freue er sich, auch in Zukunft mit Jung als Kollegen im Regierungskabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammenarbeiten zu können.

Abschied von einem fordernden Amt
Es war kein einfaches Ressort, dessen Leitung Franz Josef Jung im November 2005 im Regierungskabinett von Bundeskanzlerin Merkel übernahm. Als Verteidigungsminister hatte Jung das Kommando über eine Armee, die sich im Rahmen der internationalen Friedenssicherung mit derzeit 8.200 Soldaten an zahlreichen Auslandseinsätzen beteiligt.
Trotz des knappen Verteidigungsetats trieb er die notwendige Transformation der Bundeswehr zu einer Einsatzarmee weiter voran. Im Sommer 2008 verabschiedete Jung den 250.000. Soldaten in den Auslandseinsatz. Als oberster Befehlshaber der Bundeswehr setzte sich Jung erfolgreich für die Belange der Soldaten ein.
So wurde die soziale Absicherung der Soldaten in seiner Amtszeit erheblich verbessert. Aufgrund des Einsatz-Weiterverwendungsgesetzes ist es in Ausübung ihres Dienstes verwundeten und verletzten Soldaten nun möglich, weiter bei der Bundeswehr beschäftigt zu werden. 2008 warb er im Bundestag erfolgreich für eine Erhöhung des Wehrsolds. Darüber hinaus gelang es ihm nach Jahren der Mittelkürzungen, eine Erhöhung des Verteidigungsetats zu erreichen.
Nicht zuletzt war das Ehrenmal der Bundeswehr dem scheidenden Minister eine Herzensangelegenheit. Mit dem 2009 im Bendlerblock errichteten Bau ist ein Gedenkort für die im Dienst der Bundesrepublik Deutschland getöteten Soldaten geschaffen wurden.
Militärische Ehrung durch die Bundeswehr

Mit dem Großen Zapfenstreich auf dem Paradeplatz des Verteidigungsministeriums in Berlin endete die Ministerära von Franz Josef Jung. Umrahmt von der Ehrenformation des Wachbataillons der Bundeswehr, spielte das Musikkorps die von Jung gewünschten militärischen Märsche.
Der Großen Zapfenstreich – eine in der deutschen Militärgeschichte weit zurückreichende Tradition – nimmt im militärischen Zeremoniell der Bundeswehr eine herausragende Stellung ein. Mit ihm werden Persönlichkeiten für ihre Verdienste für die Bundeswehr militärisch besonders geehrt.


