Millimeterarbeit bei Betonkolossen gefragt
Berlin, 15.04.2009.
Täglich passieren Dutzende Lastwagen, beladen mit tonnenschweren Beton-Fertigteilen, die Wache an der Hildebrandtstraße am Berliner Dienstsitz des Verteidigungsministeriums. Hier entsteht gerade das Ehrenmal für Angehörige der Bundeswehr, die in Folge der Ausübung ihrer Dienstpflichten für die Bundesrepublik Deutschland ihr Leben verloren haben. Neben dem Kran gehören derzeit jedoch Zollstock, Nivelliergerät und Winkelmessinstrument zum wichtigsten Handwerkszeug auf der Baustelle am Bendlerblock.

Isidor Kötzinger ist Polier bei der Münchner Firma Hönninger. Der 52-jährige gelernte Stahl- und Betonbaumeister betreut ein sehr „außergewöhnliches Projekt
“ – wie er selbst sagt: Auf dem Gelände des Verteidigungsministeriums in Berlin entsteht derzeit das Ehrenmal. Und es tut sich was auf der Baustelle am Bendlerblock.
Täglich treffen Betonfertigteile hier ein. Nicht selten haben die insgesamt 110 Einzelteile, die für die Grundkonstruktion des Ehrenmals notwendig sind, Überlänge und –breite. „Bei mehr als fünf Metern Breite benötigt der Transporter zwei Spuren auf der Autobahn
“, so Kötzinger. Dann dauert die Strecke München – Berlin gerne einmal zwei Tage. Und sobald die Betonteile auf der Baustelle ankommen, müssen sie umgehend von der Montagefirma verbaut werden.

Da zählt Kötzinger auf Fridolin Koller und sein Team. „Hier ist absolute Genauigkeit gefragt. Das ist Millimeterarbeit
“, erklärt der Polier. Kaum zu glauben, betrachtet man die riesigen Betonkolosse, die mit einem Kran entsprechend manövriert und in die richtige Position gesetzt werden. „Höchste Konzentration ist verlangt
“, unterstreicht auch Koller. Wenn harter Beton auf harten Beton treffe, dann müsse man extrem aufpassen, dass keine Ecken absplittern, so der Experte.

So gehören Zollstock, Nivelliergerät und Winkelmessinstrument zu den wichtigsten Utensilien. Und das bei Betonteilen, die ein Gewicht von elf bis 29 Tonnen haben. „Das ist alles andere als eine normale Montage
“, versichert Koller, der Spezialist auf dem Gebiet der Fertigmontage ist. In seiner 30-jährigen Berufspraxis habe er schon so manches Bauvorhaben betreut – das Ehrenmal-Projekt sei jedoch etwas wirklich Außergewöhnliches.
„Bisher sieht das Bauprojekt zwar erst einmal ein bisschen wie ein Gewerbebau aus
“, sagt Kötzinger. Das werde sich aber in den kommenden Wochen schnell ändern, wenn die weiteren Bauabschnitte folgen.
Bilder
Viel ist passiert seit der Grundsteinlegung (Quelle: Bundeswehr/Mandt)
Größere Abbildung anzeigenDas Beton-Grundkonstrukt entsteht (Quelle: Bundeswehr/Mandt )
Größere Abbildung anzeigenTeamarbeit ist wichtig (Quelle: Bundeswehr/Mandt )
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