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Orientierung an den Einsatzerfordernissen

Berlin, 03.02.2010.
In einem Beitrag für die Zeitschrift „Europäische Sicherheit“ beschreibt Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg den Anpassungsbedarf der Bundeswehr. Im Zuge des Wandels von einer Armee der Landesverteidigung hin zu einer Armee im Einsatz orientiert sich die Bundeswehr zunehmend an den veränderten sicherheitspolitischen Herausforderungen.

Porträt von Guttenberg

Zu Guttenberg fordert „Denken vom Einsatz her“ (Quelle: BMWI)Größere Abbildung anzeigen

Die wichtigsten Punkte in diesem Prozess seien die materielle und finanzielle Ausstattung der Bundeswehr sowie hoch motiviertes Personal. „Es ist hohe Zeit, die Erfahrungen auszuwerten und die Bundeswehr entlang der vorrangigen Aufgaben und erkennbaren Herausforderungen kontinuierlich weiterzuentwickeln“, schreibt zu Guttenberg.

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Bundeswehr zukunftsicher gestalten

Grundlage für das erfolgreiche Gelingen dieser Weiterentwicklung sei das „Denken vom Einsatz her“. Nur wenn sich die Strukturen der Bundeswehr an den Erfordernissen aktueller und zukünftiger Einsätze orientierten, könnten die im Einsatz befindlichen Kräfte noch effektiver gestärkt werden. Um Führungs- und Verwaltungsstrukturen dementsprechend anzupassen, wird zu Guttenberg eine Kommission einsetzen, die die Eckpunkte einer neuen Organisationsstruktur erarbeiten wird. Dabei sollen bereits entwickelte Konzepte mit neuen Ideen kombiniert werden, um den Transformationsprozess der Bundeswehr konsequent fortzuführen.

Eine weitere Herausforderung sieht zu Guttenberg in der Vereinbarkeit von Auftrag und Ausstattung der Bundeswehr. Auch wenn im Bereich der Modernisierung und Weiterentwicklung der Bundeswehr bereits zahlreiche Projekte erfolgreich gestartet wurden, seien die Modernisierungsanstrengungen zu intensivieren, um weitere Kosten- und Ausgabensenkungen zu erreichen.

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Zwei Soldaten reparieren eine Halterung in Form eines Stahlgitters

Qualifiziertes und motiviertes Personal ist unverzichtbar (Quelle: Steffen Maluche)Größere Abbildung anzeigen

Kampf um Talente forcieren

Für den Bereich des Fähigkeitsaufbaus fordert der Minister mehr Realitätssinn bei vertraglichen Vereinbarungen. Die Vereinbarungen über Leistungen, Kosten und Zeitansätzen müssten wieder verbindlich eingehalten werden. Dies gelte sowohl für die Industrie als auch für den Bedarfsträger.

Auch multinationale Kooperationen unter dem Dach der Europäischen Verteidigungsagentur sollten gestärkt werden, um eine Harmonisierung des Ausrüstungsbedarfs der europäischen Streitkräfte anzustreben.Mit Blick auf Mehrkosten von Rüstungsprojekten müssten sich auch andere Ressorts stärker als bisher an den Kosten beteiligen: „Exportunterstützung kann für Streitkräfte im Einsatz stets nur nachrangige Aufgabe sein“, so der Minister in seinem Beitrag.

Einsatzfähige Streitkräfte seien neben einer guten finanziellen und materiellen Ausstattung zuallererst auf motiviertes und qualifiziertes Personal angewiesen. „Es sind vor allem die Soldatinnen und Soldaten und die zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die Bundeswehr so leistungsfähig machen“, urteilt zu Guttenberg. Um dieses hohe Niveau zu halten, müsse mehr Flexibilität im „Kampf um die Talente“ entwickelt werden. Einen wichtigen Punkt sieht der Minister hier in der Vereinbarkeit von Familie und Dienst.

Auch als Einsatzarmee werde die Bundeswehr an der Wehrpflicht festhalten. Zwar sieht zu Guttenberg in der Verkürzung der Wehrdienstdauer eine große Herausforderung, allerdings biete sie „zugleich die Chance, Wehrpflicht und Bundeswehr fester im staatlichen und gesellschaftlichen Gefüge unseres Landes zu verankern“.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Florian Manthey


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