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Der Soldatenberuf ist keine Männerdomäne mehr

Berlin, 06.02.2012.
Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat an der 7. Gesamttagung der militärischen Gleichstellungsbeauftragten teilgenommen. Im Mittelpunkt der dreitägigen Veranstaltung in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin stand neben dem Hauptthema Neuausrichtung der Bundeswehr vor allem die Vereinbarkeit von Familie und Dienst im Fokus der Diskussion.

De Maizière am Pult, im Vordergrund Publikum

Minister bei der Tagung der militärischen Gleichstellungsbeauftragten (Quelle: Bundeswehr/Rütters)Größere Abbildung anzeigen

Die militärische Gleichstellungsbeauftragte der Bundeswehr, Hauptmann Mona Stuber, hatte gleich zum Auftakt der Veranstaltung den Verteidigungsminister zu Gast. „Der Soldatenberuf ist keine Männerdomäne mehr. Wir brauchen die Frauen – und das nicht nur aus Demografiegründen, sondern weil Frauen und Männer anders und besser zusammenarbeiten als nur Männer oder nur Frauen“, sagte de Maizière in seiner rund halbstündigen Ansprache.

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Vereinbarkeit von Familie und Dienst

Zehn Jahre, nachdem alle Laufbahnen innerhalb der Bundeswehr für Frauen geöffnet worden sind – und sieben Jahre seit Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetztes – zeigte sich der Minister noch nicht zufrieden mit dem Frauenanteil in den Streitkräften. Der liegt derzeit bei 6,76 Prozent, bei einer Vorgabe von 15 Prozent. „Das ist nicht gut“, so de Maizière. Lediglich im Sanitätsdienst sei man mit 41 Prozent relativ nah an der Vorgabe von 50 Prozent.

Keine guten Nachrichten gebe es bisher bei den freiwillig Wehrdienstleistenden. „Hier ist der Anteil der Frauen viel schlechter, als wir erwartet haben“, so de Maizière. Lediglich rund 2 Prozent der Bewerber sind weiblich.

Das Thema Vereinbarkeit von Familie und Dienst betreffe allerdings nicht nur Frauen, machte der Minister deutlich. Die vorübergehende Nachbesetzung von Dienstposten, die durch familienbedingte Abwesenheiten vakant sind oder das Arbeiten in Teilzeit bei einer Arbeitszeit von unter 50 Prozent – das sind nur zwei Beispiele für die Herausforderungen, vor denen die Bundeswehr steht.

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Ausblick auf die nächsten zehn Jahre

Quoten, Beauftragte, Hilfen – das könne dennoch nicht der Geist für die nächsten zehn Jahre sein, unterstrich der Minister. Förderung heißt immer, dass etwas von oben nach unten gegeben wird. Im Idealfall benötige man in einer Dekade keine speziellen Beauftragten mehr, die die Interessen von Frauen vertreten, weil kein Unterschied mehr bestünde, so der Minister weiter.

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Neuausrichtung konstruktiv begleiten

Die militärische Gleichstellungsbeauftragte betonte, dass die Bundeswehr künftig noch stärker auf Frauen angewiesen sein werde. „Heute gibt es pro Geburtsjahrgang nur so viele junge Männer und Frauen zusammen wie vor circa 20 Jahren allein junge Männer – die der Wehrpflicht unterlagen, die heute ausgesetzt ist“, unterstrich Stuber.

Zum Thema Neuausrichtung hob sie hervor, dass es wichtig sei, den weiteren Prozess im direkten Kontakt mit den Entscheidungsträgern konstruktiv zu begleiten – unter Berücksichtigung zentraler Themen wie etwa der Vereinbarkeit von Familie und Dienst.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Heike Pauli


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