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Kossendey und Abgeordnete zu Besuch in Masar-i Scharif

Masar-i Scharif, 23.12.2010.
Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung Thomas Kossendey besuchte am 20. und 21. Dezember das deutsche Feldlager in Masar-i Scharif. Er wurde von Abgeordneten verschiedener Fraktionen des Deutschen Bundestages begleitet, die sich vor Ort ein Bild vom Einsatz in Afghanistan verschafften.

Kossendey und Fritz im Gespräch

Begrüßung durch Generalmajor Fritz (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Den mitreisenden Parlamentariern sollte die Möglichkeit gegeben werden, die Bedingungen kennenzulernen, unter denen die Soldaten aus ihren jeweiligen Wahlkreisen ihren anspruchsvollen Dienst in Afghanistan leisten. Für Staatssekretär Kossendey war es bereits die dritte Reise innerhalb von drei Monaten. Er nutzte die Reise auch, um neben den Lagevorträgen Gespräche mit den Spießen, Militärseelsorgern und Truppenpsychologen zu führen.

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Ständiger Kontakt mit den Verantwortlichen vor Ort

Der Kommandeur der Regionalkommandos Nord, Generalmajor Hans-Werner Fritz, und Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes sowie des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterrichteten den Staatssekretär und die Parlamentarier über die Lage. „General Fritz hat uns ungeschminkt beschrieben, dass es in und um Kundus Probleme gibt. Aber er hat auch deutlich gemacht, dass in weiten Teilen des Nordens der Aufbau langsam aber stetig voran geht“, sagte Kossendey zum Vortrag des deutschen Kommandeurs.

Auch zahlreiche Gespräche mit Soldaten standen auf dem Besuchsprogramm. „Es gibt immer wieder kleine Dinge, die nachzusteuern sind“, erklärte der Staatssekretär zum Zweck seines Besuches. „Ich glaube, dass wir gut beraten sind, dies im ständigen Kontakt mit den Verantwortlichen vor Ort zu tun – wozu ich nicht nur die militärisch höchsten Dienstgrade, sondern auch die Spieße zähle.“ Das Ministerium müsse sich immer wieder mit den Verantwortlichen im Einsatz abstimmen, um der Truppe die notwendige Ausrüstung und Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, so Kossendey. „Ich habe mit den Logistikern gesprochen und habe auch sehr viele Gespräche am Rande geführt, die das Bild sehr gut vervollständigt haben.

Insgesamt zeigte sich der Staatssekretär zufrieden. „Wenn man die Ausrüstung unserer deutschen Soldaten mit denen anderer Nationen vergleicht, gehören wir sicherlich zu denen, die am Besten ausgerüstet sind“, betonte Kossendey. „Das schließt nicht aus, dass es natürlich ab und zu mal Engpässe zum Beispiel bei der Lieferung von Ersatzteilen gibt. Das sind Dinge, an denen müssen wir arbeiten, um hier Stück für Stück besser zu werden.

Kossendey im Gespräch mit Soldaten

Kossendey im offenen Gedankenaustausch (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Insgesamt ist der Staatssekretär mit der Situation zufrieden. „Wenn man die Ausrüstung unserer deutschen Soldaten mit denen anderer Nationen vergleicht, sind gehören wir sicherlich zu denen, die am besten ausgerüstet sind“, betonte Kossendey. „Das schließt nicht aus, dass es natürlich ab und zu mal Engpässe bei der Lieferung von Ersatzteilen gibt, dass nicht immer jedes Kleidungsstück in der richtigen Größe vor Ort ist. Das sind Dinge, an denen müssen wir arbeiten, um das Stück für Stück besser zu machen.

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Irritation über Diskussionen in der Heimat

Ein Gespräch mit Militärseelsorgern und Truppenpsychologen diente dazu, sich auch über die Stimmung unter den deutschen ISAF-Truppen zu informieren. „Übereinstimmend haben sowohl die Seelsorger, als auch die Psychologen ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Stimmung nicht schlecht ist und haben noch einmal deutlich gemacht, dass die Unterstützung durch die Bevölkerung in der Heimat ein ganz wichtiges Momentum ist“, resümiert Kossendey das Ergebnis seines Gesprächs.

Dabei habe die öffentliche Diskussion in Deutschland um den Besuch von Verteidigungsminister zu Guttenberg und seiner Frau in Kundus bei sehr vielen Soldaten für Irritationen gesorgt, berichtet Kossendey. „Alle, mit denen ich über diesen Besuch gesprochen habe, haben es außerordentlich begrüßt, dass der Minister mit seiner Frau nach Afghanistan gekommen ist.

Zwei Soldaten sprechen mit Kossendey

Im Gespräch mit dem Militärpfarrer und Truppenpsychologen (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

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Ziviler Wiederaufbau schreitet voran

Der Staatssekretär und die Bundestagsabgeordneten konnten sich darüber hinaus überzeugen, dass sich Deutschland auch beim zivilen Wiederaufbau Afghanistans stark engagiert. Eine von Mitarbeitern des Auswärtigen Amtes und des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung organisierte Ausstellung präsentierte die unterschiedlichen Projekte zum Aufbau von Infrastruktur, zur Förderung des Bildungswesens sowie der lokalen Wirtschaft.

Mit staatlicher Unterstützung aus Deutschland und Afghanistan bemühen sich zahlreiche staatliche und nichtstaatliche Initiativen, den zivilen Wiederaufbau in Masar-i Scharif und im gesamten Norden Afghanistans voranzutreiben. „Mich hat beeindruckt mit welcher Ernsthaftigkeit gerade die Bildungsprojekte vorangetrieben wurden und wie hoch der Anteil der jungen Frauen ist, die daran beteiligt sind“, beschrieb Kossendey seinen Eindruck. Hier habe sich gezeigt, dass für den Ansatz der Vernetzten Sicherheit, für den engen Zusammenhang von zivilem Wiederaufbau und militärischem Schutz, das Bewusstsein in den letzten Jahren gewachsen ist.

Kossendey im Gespräch mit afghanischen Frauen

Kossendey informiert sich über Wiederaufbauprojekte (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

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Deutsches Engagement wird hoch eingeschätzt

Sichtlich zufrieden zeigte sich der Staatssekretär darüber, dass er den mitgereisten Bundestagsabgeordneten einen breiten Einblick in das deutsche Engagement in Afghanistan bieten konnte. „Ich glaube quer durch die Fraktionen waren die Abgeordneten durch das, was sie gesehen haben, durch das, was sie gehört haben, durch das, was sie im Gespräch mit den Entwicklungshilfeorganisationen erfahren haben, sehr beeindruckt“, sagte Kossendey am Ende der Reise.

So habe er den Eindruck gewonnen, dass unabhängig davon, ob die Parlamentarier für oder gegen den Einsatz sind, das Engagement der Soldaten und zivilen Aufbauhelfer vor Ort außerordentlich hoch einschätzen. „Es ist wichtig für die Motivation sowohl im zivilen wie auch im militärischen Bereich, dass die Soldaten und zivilen Mitarbeiter auch der NGOs eine Wertschätzung für ihre Arbeit erfahren“, so Kossendey.

Ähnlich zufrieden äußerte sich auch der Kommandeur des Regionalkommandos Nord: „Ich glaube, dass das sehr wichtige Besuche sind, weil sie uns – den Soldaten – ein Zeichen geben, dass man sich erstens für uns interessiert, dass man unsere Arbeit ernst nimmt, dass wir vortragen können wie wir die Lage hier sehen, dass man auch Sorgen und Nöte ansprechen kann“, sagte Generalmajor Fritz zum Besuch der Parlamentarier. „Die Abgeordneten haben sich viel Zeit gelassen, haben mit den Soldaten gesprochen, haben einfach auch mal zugehört, was man zu sagen hat und ich denke das ist für uns ganz wichtig.

Überschattet wurde die Reise vom Tod eines deutschen Soldaten, der wenige Tage zuvor durch einen Unfall ums Leben kam. Gemeinsam mit seinen Kameraden erwiesen der Staatssekretär und die Abgeordneten dem Toten die letzte Ehre, bevor sie mit dem Leichnam des getöteten Soldaten nach Deutschland flogen. Ein Ehrenspalier von Soldaten aller Nationen säumte die Straßen des Camp Marmal als der Sarg durch das Lager gefahren wurde, um in die Heimat überführt zu werden.

Soldaten gehen neben einem Sarg her

Letztes Geleit für verstorbenen Soldaten (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Jan Rippl


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