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Ministerbesuch im Kampfgebiet (Sprechertext)

Unter anderem reiste der Minister auch in das derzeit umkämpfte Gebiet um Chahar Darreh. Der Distrikt südwestlich um Kundus gilt als einer der gefährlichsten im Einsatzgebiet der Bundeswehr. Seit dem 31. Oktober stehen dort afghanische und deutsche Soldaten in einer gemeinsamen Operation im Gefecht mit Aufständischen. Der Zwischenstopp des Ministers auf dem Rückweg seiner Asienreise, war aus Sicherheitsgründen nicht vorab angekündigt worden.

In den vergangen Tagen hatte der Minister China und die Mongolei besucht. Gegenüber der Presse erläuterte zu Guttenberg, dass er die Sicherheitslage nicht nur vom Schreibtisch beurteilen möchte, sondern sich selbst ein Bild machen will. Der afghanische Kommandeur und der deutsche Kommandeur der Task Force Kundus wiesen den Minister an vorderster Linie in die aktuelle Lage ein.

Am Karfreitag dieses Jahres waren in einem Hinterhalt in Chahar Darreh drei deutsche Soldaten gefallen. Im persönlichen Einzelgespräch erkundigte sich der Minister nach der Motivation und Situation der Soldaten. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen mit den Soldaten in Kundus betonte der Minister, dass er im kommenden Jahr keinen konkreten Termin für den Beginn des deutschen Abzuges sieht.

Zu Guttenberg: „Im nächsten Jahr muss sich eine Perspektive entwickeln, dass die Übergabe in Verantwortung stattfinden kann. Es an einem Monat oder anderen ähnlichen Dingen festzumachen, wäre in meinen Augen nicht der richtige Weg. Aber wir müssen im nächsten Jahr deutlich machen, dass es ein Schlüsseljahr ist und dass die Afghanen schrittweise die Verantwortung übernehmen müssen. Wir können hier nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag bleiben. Wir dürfen auch nicht den Illusionen nachhängen, die wir uns vor Jahren schon einmal gebildet haben. Es muss eine Perspektive geben und die Perspektive muss auch mit einem Abzug verbunden sein.

Gleichzeitig kündigte Minister zu Guttenberg weiterhin regelmäßige Besuche an.

Zu Guttenberg: „Ich halte den Schnitt von zwei Monaten, weil ich finde, dass es sich gehört, dass der Verteidigungsminister die Dinge nicht vom Schreibtisch aus beurteilen soll, sondern bei der Truppe. Und die Truppe in der Hinsicht, glaube ich, auch Unterstützung und Anerkennung erfährt.

Von Kundus aus reiste der Minister über die usbekische Stadt Termes zurück nach Deutschland.

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Stand vom: 14.08.12


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