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Abrüstung: USA und Russland unterzeichnen START-Abkommen

Berlin, 08.04.2010.
US-Präsident Barak Obama und der russische Präsident Dimitri Medwedew haben am 8. April in Prag das START-Nachfolgeabkommen unterzeichnet. Mit dem Vertrag verpflichten sich die beiden Atommächte zu einem deutlichen Abbau ihrer nuklearen Langstreckenwaffen. Das neue Abkommen ist die umfangreichste Abrüstungsvereinbarung der letzten zwei Jahrzehnte.

Obama und Medwedew tauschen die Dokumente des START-Abkommens aus.

Feierliche Vertragsunterzeichung im Prager Schloss (Quelle: Getty Images/Kadobnov)Größere Abbildung anzeigen

Das START-Nachfolgeabkommen ist das Ergebnis fast einjähriger Verhandlungen zwischen den USA und Russland. Der russische Präsident bezeichnete den Vertrag als historischen Erfolg. „Nach diesen sicher nicht leichten Verhandlungen gibt es keinen Sieger und keinen Verlierer. Der Erfolg gehört beiden Ländern und mit ihnen der ganzen Welt“, sagte Medwedew. Auch US-Präsident Obama zeigte sich hochzufrieden über die Unterzeichnung. Der Vertrag mache die Welt sicherer sei Grundlage für weitere atomare Abrüstungsverhandlungen. Er soll noch in diesem Jahr durch den US-Senat ratifiziert werden. Die Zustimmung des russischen Parlaments gilt als sicher.

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Signal für weltweite atomare Abrüstung

Kern der Vereinbarung ist die Reduzierung der Atomsprengköpfe auf beiden Seiten um rund ein Drittel. Demnach soll deren Anzahl von derzeit maximal 2.200 auf künftig 1.550 Sprengköpfe begrenzt werden. Zugleich sind von dem Abkommen auch die Trägersysteme wie Interkontinentalraketen und strategische Bomber betroffen. Deren Obergrenze liegt künftig bei 800 Systemen.

Der erste START-Vertrag geht auf eine Initiative des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan von 1982 zurück und wurde nach dem Ende des Kalten Krieges 1991 unterzeichnet. 1993 folgte die Unterzeichung des START II-Abkommens, das weitere nukleare Abrüstung vorsah, jedoch nicht in Kraft trat. Die Neuauflage des START-Abkommens soll nun ein Signal sein für eine weltweite atomare Abrüstung.

Von der Vereinbarung nicht erfasst werden nukleare Kurzstreckenwaffen. Darüber hinaus haben sowohl die USA als auch Russland noch tausende Sprengköpfe in Reserve, die abgerüstet werden sollen. Die US-Regierung hat angekündigt, nach dem Inkrafttreten des START-Nachfolgeabkommens über Obergrenzen für Kurzstreckenwaffen verhandeln zu wollen.

Zentrales Streitthema zwischen den USA und Russland bleibt auch weiterhin das Raketenabwehrsystem der USA, das in Osteuropa stationiert werden soll. Bis zuletzt hatte der seit Jahren schwelende Streit die die Unterzeichnung des Abkommens gefährdet. Russland befürchtet eine Störung des strategischen Gleichgewichts zwischen beiden Atommächten durch das Raketenabwehrsystem.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Jan Rippl


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