Staatssekretär Thomas Kossendey und Abgeordnete besuchen deutsche ISAF-Soldaten
Masar-i Scharif, 10.09.2012.
Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung Thomas Kossendey hat vom 4. bis 6. September gemeinsam mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages das deutsche Einsatzkontingent ISAF in Termes und Masar-i Scharif besucht. Die Parlamentarier, aus deren Wahlkreisen viele Soldaten derzeit in Afghanistan eingesetzt sind, informierten sich vor Ort über die aktuelle Situation im Einsatz.

„Das Gespräch mit den Soldaten aus der eigenen Heimat ist ein ganz wichtiger Informationsfaktor
“, erklärte Staatssekretär Kossendey den Zweck der Reise. „Das Erleben des Alltags der Soldaten und des Umfeldes, in dem sie arbeiten, hat für die Abgeordneten einen hohen Informationswert.
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Zunächst informierten Regionalkommandeur Generalmajor Erich Pfeffer und Offiziere des Kontingentes den Parlamentarischen Staatssekretär und die Abgeordneten über die aktuelle Lage im deutschen Verantwortungsbereich. Anschließend hatten die mitgereisten Parlamentarier Gelegenheit, im direkten Gespräch mit den Soldatinnen und Soldaten aus ihren Wahlkreisen zu erfahren, was sie im Einsatz bewegt.
Vorbereitungen für die Rückverlegung
„Für mich ist immer ganz wichtig, im Gespräch mit den Soldatinnen und Soldaten, aber auch mit den Kompaniefeldwebeln, den Psychologen und Militärseelsorgern, einfach mal die Stimmung zu fühlen
“, sagte Staatssekretär Kossendey. Unter anderem wurden dabei die mittlerweile weitgehend behobenen Probleme bei der Betreuungskommunikation thematisiert, die in den vergangenen Wochen aufgrund des Ausfalls eines Auftragnehmers aufgetreten waren. Dabei sei es wichtig, dass die Soldaten die Möglichkeiten haben, diese Dinge im Gespräch mit der Leitung vorzutragen, so Kossendey.
„Im Augenblick beginnen wir natürlich mit den Vorbereitungen der Rückverlegung, die Ende übernächsten Jahres zu großen Teilen abgeschlossen sein soll
“, erklärte der Staatssekretär. Im Vordergrund stehe dabei zunächst eine Bestandsaufnahme sowie die Planungen darüber, welches Material über welchen Weg zurückgeführt wird. „Das ist nicht ganz leicht bei der Menge des Materials. Wir reden von allein beim deutschen Anteil von ISAF von rund 6.000 Containern und rund 1.700 Kraftfahrzeugen – neben vielen anderen Dingen, die dort zu regeln sind
“, betonte Kossendey.
Zum Ende des Herbstes sollen die entsprechenden Planungen, die mit rund 50 Partnernationen abgestimmt sein müssen, vorliegen. „Wir sind jetzt schon dabei, Kapazitäten, die wir auf dem Rückweg nach Deutschland frei haben, für den Rücktransport von Material zu nutzen.
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Darüber hinaus gehe es auch darum, die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen weiter voranzutreiben. „Das gelingt eigentlich sehr ordentlich, aber wir werden natürlich auch in Zukunft helfen müssen, die afghanischen Sicherheitskräfte auszubilden, sowohl was die Streitkräfte, als auch was die Polizei angeht
“, erklärte der Staatssekretär. „Wo allerdings in Afghanistan noch Defizite zu verzeichnen sind, ist bei dem Aspekt, den wir unter dem Stichwort ‚gute Regierungsführung‘ verstehen.
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Besuch der Ali Chapan-Schule
Ebenfalls ein wichtiger Programmpunkt seiner Reise war der Besuch der Ali-Chapan-Schule am Stadtrand von Masar-i Scharif, zu der Kossendey seit Jahren enge Verbindungen pflegt. „Als ich die Schule vor sechs Jahren zum ersten Mal besucht habe, war es eigentlich nicht viel mehr als ein baufälliges älteres Gebäude. Durch Spenden aus Deutschland und der tatkräftigen Unterstützung der Einheiten für zivil-militärische Zusammenarbeit konnten inzwischen zwei solide Schulgebäude errichtet werden
“, so der Staatssekretär.
Mittlerweile unterrichtet hier ein Kollegium von 52 Lehrern, darunter 38 Frauen, rund 2.600 Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur zwölften Klasse. „Auch das ist für Afghanistan ein ermutigendes Zeichen
“, betonte Kossendey am Ende der Reise. Eine wichtige Frage, über die jetzt mit den Lehrern gesprochen wird, sind die Perspektiven der Schüler, die demnächst die Schule verlassen. Viele streben den Beginn eines Studiums an der Universität in Masar-i Scharif oder die Ergreifung eines Berufs in Afghanistan an.
Bei seinem Besuch zeigte sich Kossendey beeindruckt vom Lerneifer der Schülerinnen und Schüler: „Sie betrachten es als Privileg, zur Schule zu gehen und wollen alles tun, um die Grundlage für ihre Zukunft zu legen. Viele erhoffen sich von einer guten Schulausbildung auch einen sozialen Fortschritt. Vor dem Hintergrund, dass in Afghanistan knapp 50 Prozent der Bevölkerung unter 20 Jahre alt ist, liegt dort ein ganz wichtiger Schlüssel für die Zukunft des Landes
“, resümierte der Staatssekretär.

