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Interview mit dem Abteilungsleiter Rüstung Detlef Selhausen

Berlin, 26.08.2011.
In einer wöchentlichen Interviewreihe kommen die Leiter der Projekte zur Neuausrichtung der Bundeswehr zu Wort. Ministerialdirektor Detlef Selhausen ist Abteilungsleiter Rüstung im Bundesministerium der Verteidigung und Leiter des Projekts „Rüstung, Nutzung, Informationstechnik“.

Porträt von Selhausen

Ministerialdirektor Detlef Selhausen (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

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Herr Selhausen, was ist das Ziel Ihres Projektes?

Ein wesentliches Ziel des Projekts „Rüstung, Nutzung, Informationstechnik“ ist die Schaffung eines neuen, einheitlichen Ausrüstungs-, Beschaffungs- und Nutzungsmanagements. Hierfür soll der bestehende Rüstungsprozess, der sogenannte Customer Product Management (CPM), optimiert beziehungsweise umgestaltet werden.

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Was meinen Sie mit Optimierung beziehungsweise Umgestaltung des Rüstungsprozesses? Können Sie das näher erläutern?

Gerne. Grundsätzlich hat sich der CPM bewährt. Allerdings gab es in der Vergangenheit in der konkreten Umsetzung Defizite. Um hier Abhilfe zu schaffen, soll der neue Ausrüstungs-, Beschaffungs- und Nutzungsprozess klare Verantwortlichkeiten und Entscheidungskompetenzen sowie deutlich reduzierte Schnittstellen aufweisen. In den einzelnen Phasen des aktuell gültigen Rüstungsprozesses, nämlich der Analyse-, der Projektierungs-, der Einführungs- und der Nutzungsphase, sind jeweils bis zu sieben Schnittstellen allein auf ministerieller Arbeitsebene möglich. Deshalb ist es mein Ziel, den Prozess so zu gestalten, dass auf zeitraubende Mitzeichnungsgänge möglichst verzichtet werden kann. An deren Stelle soll als Korrektiv ein in den Rüstungs- und Nutzungsprozess implementiertes Instrumentarium von „Checks and Balances“ treten. Eine abgestimmte Grundkonzeption soll bis zum 31. August 2011 erstellt sein. Das ist anspruchsvoll.

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Wie wollen Sie dies Ziel erreichen?

Das Projekt „Rüstung, Nutzung, Informationstechnik“ habe ich zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen in mehrere Teilprojekte gegliedert. Ein Teilprojekt ist der „Ausrüstungs- und Nutzungsprozess“. Ich habe das Glück, ein leistungsstarkes Team leiten zu dürfen, das zu diesem Thema einen Vorschlag entwickeln soll. Dabei habe ich zusammen mit meinem Vertreter im Steuergremium des Projektes, Generalmajor Peter Bohrer, von Anfang an sehr großen Wert darauf gelegt, dass Expertise aus allen Bereichen zu dem Projekt hinzugezogen wird. Wir haben gemeinsam kommunikative und ideenreiche Kameradinnen und Kameraden und Kolleginnen und Kollegen aus allen Bereichen gewinnen können.

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Welche Bereiche sind das?

Militärische und zivile Organisationsbereiche des Ministeriums sowie Vertreter militärischer und ziviler Ämter! Dies sind - konkret bezogen auf das Teilprojekt „Ausrüstungs- und Nutzungsprozess“ - Expertinnen und Experten aus der Abteilung Modernisierung, der Abteilung Haushalt, der Hauptabteilung Rüstung, aus dem Führungsstab der Streitkräfte, den Teilstreitkräften und militärischen Organisationsbereichen, der Arbeitsgruppe Verbesserung der Ausrüstung für die Einsätze, dem Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr, dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung und dem Arbeitsstab Strukturreform als sachkundige Begleiter.

Die Zusammenarbeit ist außerordentlich fruchtbar. Alle Vertreterinnen und Vertreter arbeiten mit sehr hohem Engagement. Vor dem Hintergrund ihrer beruflichen Erfahrungen und ihres Fachwissens leisten sie jeweils ihre spezifischen Beiträge zu den Arbeitspaketen. Sie sind sehr initiativ. Von den Teamkolleginnen und -kollegen habe ich wertvolle Beiträge erhalten, und – ich gebe es zu – auch einiges gelernt. Aufgrund der hervorragenden Unterstützung aus allen Bereichen bin ich zuversichtlich, die vereinbarten Zeitlinien für die Konzeption eines neuen einheitlichen Rüstungs- und Nutzungsprozesses zu erreichen.

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Wird davon auch der Bereich Informationstechnik erfasst?

Die Informationstechnik wird natürlich miterfasst. Es sind mehrere Expertinnen und Experten des IT-Bereichs Mitglieder in dem Teilprojektteam für den neuen einheitlichen Rüstungsprozess. Wie gesagt, Ziel ist es, dass der neue, effizientere Ausrüstungs-, Beschaffungs- und Nutzungsprozess einheitlich für unsere Bundeswehr gelten soll. Und damit auch für die IT.

Im Übrigen habe ich auch den Auftrag, die IT-Strategie der Bundeswehr weiter zu entwickeln. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass eine optimale Unterstützung der Ziele der Bundeswehr durch die IT erreicht wird. Rahmenbedingung dafür ist natürlich die Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten. Dies Thema liegt in den bewährten Händen von Ministerialdirigent Dr. Dietmar Theis, der das Teilprojekt „Anpassung konzeptionelle Grundlagen und Weiterentwicklung IT-Strategie“ im Projekt „Rüstung, Nutzung, Informationstechnik“ leitet. Als seine Vertreter in der Leitung des Teilprojektteams wird er von den Brigadegenerälen Klaus Veit, Vizepräsident IT-Amt der Bundeswehr, und Thomas Franz, Streitkräfteunterstützungskommando, unterstützt.

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Woraus ergibt sich die Komplexität des Projektes?

Zum Beispiel dadurch, dass wir auch das Nutzungsmanagement mitbetrachten. Wir wollen hier durch neue Aufgabenzuordnungen und durch ablauf- und aufbauorganisatorische Maßnahmen Synergien freilegen und den Gesamtprozess beschleunigen. Gerade dieser Teilaspekt erfordert von allen Beteiligten Sachverstand und guten Willen, ein gemeinsames Ergebnis zu erzielen.

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Welche aufbauorganisatorischen Auswirkungen hat denn das Projekt?

Die Auswirkungen können vielfältig sein. Die Ergebnisse der Prüfungen des Projektteams werden Bundesminister Dr. Thomas de Maizière vorgestellt. Er wird die Entscheidungen im Gesamtkontext der Neuausrichtung unserer Bundeswehr treffen. Entsprechend des Projektauftrages untersuchen wir zur Reduzierung von Schnittstellen zum Beispiel die Verschmelzung des IT-Bereichs mit der Rüstung – im Ministerium wie auf Ämterebene. Diese Untersuchungen werden durch den Geschäftsführenden Beamten Rüstung, Ministerialdirigent Thomas Wardecki, geleitet. Er kann sich dabei in seinem Teilprojektteam „Aufbauorganisation nachgeordneter Bereich“ auf die Unterstützung seines Vertreters in der Leitung des Teilprojekts, Brigadegeneral Hermann Muntz, verlassen. In diesem Teilprojekt werden auch mögliche organisatorische Auswirkungen im Bereich der Nutzung mitbetrachtet. Wie ich von den Kollegen höre, sind die Arbeiten auf einem guten Weg!

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Herzlichen Dank für das Interview.

Ich danke Ihnen für die Gelegenheit, über das Projekt „Rüstung, Nutzung, Informationstechnik“ informieren zu dürfen.

Die Fragen stellte Matthias Mantey.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Matthias Mantey


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