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Afghanistan 2012 – Ein Jahr ohne deutsche Gefallene

Berlin, 02.01.2013, dpa.
Die Sicherheitslage im Norden Afghanistans hat sich in den vergangenen 18 Monaten deutlich verbessert“, bilanzierte der Kommandeur der internationalen Schutztruppe ISAF für Nordafghanistan, Generalmajor Erich Pfeffer gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Erstmals seit dem Beginn des deutschen Engagements vor elf Jahren muss die Bundeswehr keine deutschen Gefallenen beklagen.

Soldaten auf Marktplatz

Die Sicherheitslage im Norden Afghanistans hat sich weiter verbessert (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Die Verbesserung der Sicherheitslage schließt Pfeffer nicht nur aus der reinen Statistik. „Wesentliches Kennzeichen dafür ist vor allem die zunehmende Fähigkeit der afghanischen Sicherheitskräfte, diese Vorfälle eigenständig zu beherrschen“, erklärte er.

Aus der Bevölkerung würden afghanische Armee und Polizei zunehmend unterstützt. Im abgelaufenen Jahr hätten die einheimischen Sicherheitskräfte „schrittweise und erfolgreich die Verantwortung bei der Planung und Durchführung der Sicherheitsaufgaben übernommen“, ergänzte Pfeffer.

Sie seien mittlerweile bei praktisch allen Operationen in Nordafghanistan federführend. Die afghanischen Sicherheitskräfte haben nach Einschätzung des Generals deutliche Fortschritte gemacht. „Aber es gibt auch noch Bereiche mit erheblichem Verbesserungsbedarf“, sagte Pfeffer. „Dieser liegt insbesondere in der Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Militär und den verschiedenen Polizeikräften sowie in allen Bereichen der Logistik und Instandhaltung von Gerät und Infrastruktur.“

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Gefahr besteht weiterhin

Ende 2014 sollen die internationalen Kampftruppen aus dem Land abziehen, ab dem Jahr 2015 soll sich das Engagement der internationalen Gemeinschaft in Afghanistan auf Ausbildung und Beratung der einheimischen Sicherheitskräfte konzentrieren.

Doch auch dann bestehe aus der Sicht des deutschen Generals jederzeit die Gefahr, dass der Einsatz auch deutsche Opfer fordern könnte. „Beim Einsatz von Streitkräften können Sie das Risiko von Tod und Verwundung nie ausschließen“, sagte er und fügte abschließend hinzu: „Aber ich bin sicher, dass alle notwendigen Maßnahmen des Eigenschutzes und der Rettungskette vorbereitend getroffen werden.“

Ein Soldat der ANA auf Patrouille

Die afghanischen Sicherheitskräfte tragen immer mehr Verantwortung (Quelle: Bundeswehr/Thomas L.)Größere Abbildung anzeigen

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Übergabeprozess fortgesetzt

Unterdessen hat der Beauftragte des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai, Aschraf Ghani, in Kabul die vierte und vorletzte Tranche an Gebieten verkündet, in denen der Übergabeprozess nun beginnen soll. Nach Abschluss sollen fast 90 Prozent der Bevölkerung in Gebieten leben, in denen afghanische Sicherheitskräfte zuständig sind.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen begrüßte Ghanis Ankündigung als einen „bedeutenden Schritt“ zur vollständigen Übergabe der Verantwortung in den nächsten zwei Jahren. „Das ist das Ergebnis des Fortschrittes, den wir gemeinsam erzielt haben“, sagte Rasmussen. Die afghanische Armee und Polizei führten schon jetzt die meisten Operationen.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Heike Pauli


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