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Neuausrichtung betrifft auch deutsche Soldaten in den USA

El Paso (USA) , 16.02.2012.
Die Neuausrichtung der Bundeswehr konzentriert sich auf die Truppen und Standorte in Deutschland. Sie geht aber auch an den Auslandsdienststellen nicht spurlos vorbei. Während seiner Nordamerika-Reise besuchte Verteidigungsminister Thomas de Maizière nach dem Fliegerischen Ausbildungszentrum auf der Holloman Air Force Base in New Mexico auch das Taktische Aus- und Weiterbildungszentrum Flugabwehrraketen der Luftwaffe in Fort Bliss.

De Maizière und ausgestellte Rakete im Hintergrund

Eine weitere Station seiner Reise war El Paso (Quelle: dpa/Hanschke)Größere Abbildung anzeigen

Der Standort in El Paso im Bundesstaat Texas, an dem rund 150 deutsche Soldaten und deren Familienangehörige stationiert sind, soll in der neuen Struktur aufgegeben werden. An diesem Standort werden die Luftwaffensoldaten am Waffensystem Patriot aus- und weitergebildet.

Diese Ausbildung an Flugabwehrraketen-Systemen in Texas hat eine lange Tradition: Bereits 1956 wurden hier die ersten deutschen Lehrgangsteilnehmer geschult - zunächst auf den Waffensystemen Nike und Hawk. Seit 1989 werden die Luftwaffensoldaten am Flugabwehrsystem Patriot ausgebildet. „Wir wollen künftig die Ausbildung am Standort Husum konzentrieren und für Schießvorhaben den Übungsplatz auf Kreta nutzen“, sagte de Maizière am Rande des Truppenbesuchs in El Paso.

Die Luftwaffe werde sich in der neuen Struktur auf weniger, aber modernere Systeme abstützen. Von den derzeit 24 operationellen Systemen sollen nach der Neuausrichtung zwölf am Standort in Husum verbleiben, wo dann auch die Ausbildung stattfinden soll.

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Patriot-Waffensystem kompatibel

Der Verteidigungsminister betonte, dass Patriot zwar ein altes, aber bewährtes Waffensystem sei. Seit seiner Einführung in die Truppe wurde es einem ständigen Modernisierungsprozess unterzogen und sei bestens geeignet, als eine Komponente im geplanten Raketenabwehrschild in Europa integriert zu werden. Im Zusammenwirken mit verschiedenen Waffensystemen anderer Partnernationen könne so ein effektiver Raketenabwehrschild errichtet werden, der auf unterschiedlichste Bedrohungen aus der Luft reagieren könne, so de Maizière weiter.

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Bedauern über Standortschließung

Die in El Paso stationierten Soldaten bedauerten die Entscheidung, den Standort zu schließen. Die Integration der Soldaten und Familien in das amerikanische Umfeld sei über Jahrzehnte gewachsen. Fort Bliss verfüge über eine hervorragende Infrastruktur.

In der rund 4.500 Quadratkilometer großen US-Army-Base sind 34.000 US-Soldaten und etwa 40.000 Familienangehörige beheimatet. Ausbildungseinrichtungen und der Übungsplatz, auf dem mit Patriot auch scharf geschossen werden kann, liegen in unmittelbarer Nähe. Die durchschnittlich 302 Sonnentage pro Jahr sorgen dafür, dass es witterungsbedingt kaum zu Ausbildungsausfällen kommt.

Ein geringer Teil des Personals soll künftig am Ausbildungszentrum der US-Streitkräfte verbleiben. Der größte Teil der Bundeswehrsoldaten wird aber nach Einnahme der neuen Bundeswehrstruktur seinen Dienst nicht mehr im sonnenverwöhnten Texas, sondern im schleswig-holsteinischen Husum versehen.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Jörg Briedigkeit


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