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Letzte Ehre für die Gefallenen

Regen, 25.02.2011.
Mit einer bewegenden Trauerfeier verabschiedete sich die Bundeswehr am 25. Februar in Regen von den drei deutschen Bundeswehrsoldaten, die eine Woche zuvor in Afghanistan gefallen sind. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, nahmen an dem Trauergottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Michael teil.

Collage: Rahmen und Altar mit Minister am Rednerpult

Zu Guttenberg bekundet sein tiefes Mitgefühl (Quelle: Bundeswehr/Mandt)Größere Abbildung anzeigen

Eine Stadt trägt Trauer: Es ist das erste Mal, dass Soldaten aus der Bayerwaldkaserne durch Waffengewalt ums Leben gekommen sind. Hauptfeldwebel Georg Missulia (30), Stabsgefreiter Konstantin Menz (22) und der Hauptgefreite Georg Kurat (21) waren Angehörige der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 112 in Regen und gehörten dem 23. Einsatzkontingent ISAF an.

Die Trauergemeinde ist an diesem Tag zu groß für die Stadtpfarrkirche mit ihren 650 Plätzen. Weil das Gotteshaus nicht alle Menschen fasst, die gekommen sind, um den Schmerz mit den Familien, Freunden und Kameraden der drei Gefallenen zu teilen, hat die Stadt Regen eine Leinwand auf dem Marktplatz aufgestellt, auf der die Zeremonie übertragen wird. 2.000 Menschen, darunter 700 Soldaten, trauern hier gemeinsam. Die beiden leitenden Militärdekane Alfred Gronbach und Monsignore Reinhold Bartmann zelebrieren den Gottesdienst.

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Geschehenes ist nicht zu begreifen

Was geschah, könne man auch heute, eine Woche danach, immer noch nicht wirklich begreifen. Nicht mit dem Verstand und erst recht nicht mit dem Herzen, sagte der Minister in einer Traueransprache.

Die drei Soldaten waren in Afghanistan, um dort den Frieden zu sichern, um den Aufbau öffentlicher Strukturen voranzubringen. „Sie wollten helfen, den Menschen in Afghanistan den Weg in eine bessere Zukunft zu bereiten. Ihre eigene Zukunft haben sie dabei verloren, und das in einem Augenblick, als sie am wenigsten damit gerechnet haben“, so zu Guttenberg.

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Unerwarteter Angriff

Hauptfeldwebel Georg Missulia (30) war als Panzergrenadierfeldwebel, Gruppenführer und stellvertretender Zugführer eingesetzt. Der Träger des Ehrenkreuzes der Bundeswehr in Silber – verliehen für treue Pflichterfüllung und überdurchschnittliche Leistungen – hinterlässt seine Ehefrau und eine Tochter. Der 30-Jährige war einsatzerfahren und vor Afghanistan bereits zu Einsätzen in Mazedonien und Kosovo.

Stabsgefreiter Konstantin Menz (22) und Hauptgefreiter Georg Kurat (21) gehörten beide der 1. Kompanie des Ausbildungsschutzbataillons Masar-i Scharif als Panzergrenadiere an. Menz war noch am 5. Februar in Afghanistan zum Stabsgefreiten befördert worden.

Alle drei Soldaten wurden bei Instandsetzungsarbeiten am 18. Februar in der Provinz Baghlan in Afghanistan durch einen tückischen und unerwarteten Angriff aus dem Hinterhalt tödlich verwundet. Bei dem Angriff wurden weitere sechs Soldaten verwundet, zwei von ihnen schwer.

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Nicht vom Weg abbringen lassen

Nichts erscheint uns so sinnlos wie diese schreckliche Tat. Deutsche Soldaten werden durch die Waffe eines afghanischen Soldaten getötet. Ausgerechnet ein Afghane, für dessen Zukunft unsere Soldaten ihr Leben riskieren“, so der Minister.

Die Motive des Täters sind nicht klar. „Was er wollte, hat er nicht erreicht: Vertrauen zu zerstören und die guten Perspektiven für eine sichere Zukunft zu gefährden. Wir werden nicht zulassen, dass er sein Ziel erreicht“, versicherte zu Guttenberg. Und weiter: „Wir lassen uns von unserem Weg nicht abbringen.

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Schwerster Tag in der Geschichte der Garnisonsstadt

An die Familien der Opfer gewandt sagte der Minister: „Seien Sie fest von uns allen umarmt.“ Erst kürzlich habe er den Außenposten in Afghanistan selbst besucht und bereits die Vorfreude der Soldaten gespürt, die kurz vor dem Ende ihres ISAF-Einsatzes standen.

Wir alle verneigen uns vor Ihnen in Dankbarkeit und Anerkennung“, so zu Guttenberg. Die Bürgermeisterin der Stadt sprach „vom schwersten Tag in der Geschichte unserer Garnisonsstadt“. Die drei Gefallenen „bleiben für immer lebendig in unseren Herzen“. Dabei betonte sie die enge Verbundenheit des Bataillons mit der Stadt.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Heike Pauli


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