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Die Wahrheit über Afghanistan sagen

Berlin, 03.02.2011.
Kommunikationschefs aller Staaten, die sich an der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan beteiligen, trafen sich auf Einladung der NATO in Berlin, um über die Kommunikationsstrategie für ISAF zu sprechen.

Moritz und Lungescu am Rednerpult

Im Gespräch über Afghanistan: Moritz und Lungescu (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Tue Gutes und rede darüber“ lautet eine altbekannte Weisheit, die auch die NATO in Afghanistan beherzigt. Denn darin waren sich die 81 Teilnehmer aus 30 Nationen einig: Es tut sich einiges in dem Land am Hindukusch. Und über diese Fortschritte sollte die Öffentlichkeit sowohl in Afghanistan als auch in den Heimatländern der internationalen Gemeinschaft informiert werden.

Diesen Job machen die Teilnehmer einer NATO-Konferenz, die sich am 3. Februar in Berlin mit der strategischen Kommunikation der NATO in Bezug auf Afghanistan auseinandersetzte. Eingeladen waren Kommunikationsberater von Regierungschefs, Sprecher von Außen- und Verteidigungsministerien der ISAF-Staaten, Afghanistans, der UN- und EUPOL-Mission, ISAF, NATO und SHAPE.

Nachrichten aus Afghanistan sind zu oft schlechte Nachrichten“, stellte Steffen Moritz, Pressesprecher des Bundesministeriums der Verteidigung fest. Es sei daher wichtig, die Erfolge der Mission herauszustellen. Vor allem auch, so Moritz, um der gegnerischen Propaganda zu widersprechen. Gerade der Ansatz der Vernetzten Sicherheit, der den Wiederaufbau des Landes mit der Förderung von Sicherheit kombiniere, zeige Erfolge.

Und das sei das Entscheidende, sagte Brigadegeneral Josef Blotz, Sprecher der ISAF: Erst müssten die richtigen Schritte gemacht werden, und danach könne man kommunizieren. „Es geht nicht darum die wahre Situation zu schönen“, so Blotz. „Es geht darum, dass die Leute in Afghanistan und zu Hause verstehen, was hier vor sich geht.“

Einig waren sich die Teilnehmer darüber, dass das Jahr 2011 ein entscheidendes Jahr für Afghanistan wird. Es steht für den Beginn des „Übergangs“, währenddessen die Verantwortung für das Land Schritt für Schritt an die afghanischen Regierungsstellen übergeben werden soll. Gerade in so einer Phase ist Kommunikation entscheidend. Vertreter der afghanischen Regierung betonten wiederholt, dass die Afghanen Angst davor hätten, von der westlichen Welt verlassen zu werden. Eine Angst, die die Taliban stetig schürten.

Die internationale Gemeinschaft werde das Land weiterhin unterstützen, auch nach einem Abzug des Militärs. „Wir wollen nicht ewig in Afghanistan sein“, stellte die Sprecherin der NATO, Oana Lungescu, klar. „Aber wir wollen den Afghanen helfen, selbst für ihre eigene Sicherheit zu sorgen.“ Deshalb hinge der Abzug der Truppen auch davon ab, wie die Bedingungen in der jeweiligen Region seien.

In den Heimatländern der ISAF-Truppen sei es wichtig zu erklären, warum Afghanistan wichtig für unsere Sicherheit ist. Das Land dürfe nie wieder eine Brutstätte für Terroristen werden, darüber waren sich die Teilnehmer einig.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Bettina Berg


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