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Aktiv Heilung suchen – Martina de Maizière besucht die Sportschule Warendorf

Warendorf, 05.09.2012.
Sie haben einen hohen Preis für ihren Einsatz bezahlt. Viele Soldaten der Bundeswehr kehrten verletzt an Körper und/oder Seele aus den Feldlagern zurück. Sport ist jetzt ein Teil ihrer Rehabilitation geworden. „Sport für Einsatzgeschädigte“ heißt der neue Lehrgang an der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf. Eine therapeutische Maßnahme für Soldaten, deren Gesundheit im Einsatz geschädigt wurde.

De Maizière im Gespräch mit einem Sporttherapeuten
Martina de Maizière im Gespräch mit einem Sporttherapeuten (Quelle: Bundeswehr/Kemper)Größere Abbildung anzeigen

Die drei Wochen hier in Warendorf haben mir mehr geholfen als monatelange Klinikaufenthalte“, sagt ein Betroffener. Der Marine-Soldat leidet an einer Posttraumatischen Belastungsstörung – PTBS. Er nimmt derzeit am Lehrgang „Sport für Einsatzgeschädigte“ an der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf teil. „Ich habe neue Ziele und das gute Gefühl, es wird sich um mich gekümmert. Der Sport fordert mich und macht Spaß!

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Sport als Therapie

Erstaunliche Ergebnisse, die selbst die beteiligten Fachleute der Schule und des benachbarten Sportmedizinischen Instituts der Bundeswehr überraschten. „Die Erfolge und Fortschritte sprechen für sich“, berichtet Oberstarzt Andreas Lison aus der Erfahrung von bisher zwei Pilotlehrgängen und verweist auf die Bedeutung des Sports als eine wesentliche Therapiemaßnahme. „Die Lehrgangsteilnehmer sehen im Sport einen Ausweg aus ihrer Krise. Das gilt insbesondere für Soldaten mit bleibenden Schäden“, so Oberst Bernd Grygiel, Kommandeur der Sportschule.

Soldat im Wasser bei einer Balanceübung
Moderne Therapiemethoden (Quelle: Bundeswehr/Kemper)Größere Abbildung anzeigen

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Handeln

Einem Soldaten, der vor wenigen Wochen wegen einer Schussverletzung noch erhebliche Schwierigkeiten mit dem Gehen hatte, verhalfen das Lehrgangsprogramm sowie die begleitenden medizinischen und orthopädischen Maßnahmen zu mehr Lebensfreude und -qualität. „Ein Grund, warum wir den Lehrgang zügig in das Programm der Sportschule aufgenommen haben“, so Vizeadmiral Manfred Nielson, Inspekteur der Streitkräftebasis. „Die erfolgreichen Pilotlehrgänge haben uns ermutigt, hier ‚Nägel mit Köpfen‘ zu machen, damit den Kameraden geholfen werden kann.

Ab Oktober stehen alle personellen und materiellen Ressourcen bereit. 2013 wird der dreiwöchige Lehrgang dreimal jährlich angeboten, verbunden mit einem weiteren, ambulanten Behandlungsangebot. Zusätzlich werden Kurzlehrgänge „Spezielle Sporttherapie nach Einsatzschädigung“ angeboten. Diese einwöchige Maßnahme dient der Feststellung der körperlichen Leistungsfähigkeit sowie der Vor- und Nachbereitung des größeren Lehrgangs.

Nielson spricht mit Einsatzversehrten
Vizeadmiral Nielson im Gespräch mit Einsatzversehrten (Quelle: Bundeswehr/Kemper)Größere Abbildung anzeigen

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Hohes Engagement

Darüber freut sich insbesondere Martina de Maizière. Die Ehefrau des Verteidigungsministers engagiert sich persönlich für das Wohl versehrter Soldaten und deren Familien. Sie betont: „PTBS und Verwundung gehören thematisiert! Die Bundeswehr und unsere Gesellschaft haben eine Verpflichtung gegenüber den Betroffenen.“ Verwundung und Versehrtheit sind ihrer Meinung nach mit keinem anderen Ereignis – etwa einem schweren Verkehrsunfall – vergleichbar.

In Warendorf machte sich die Sozialpädagogin ein Bild, wie mit gezielter Sporttherapie betroffenen Menschen geholfen werden kann. Kompetente Betreuer und Ausbilder handeln nach dem Prinzip „Kameraden für Kameraden“, was bei den Lehrgangsteilnehmern zusätzlich auf eine positive Resonanz stößt.

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Qualifizierte Hilfe

Das eingesetzte Personal ist bis auf wenige Ausnahmen soldatisch“, erklärt Oberst Grygiel den Einsatz von Sporttherapeuten. Sie schaffen eine angenehme Atmosphäre, um gestörte körperliche, psychische und soziale Funktionen zu regenerieren. Ganz bewusst unterscheidet sich der neue Lehrgang von den sonst üblichen Aufenthalten in einer Klinik. Die Lehrgangsteilnehmer bewegen sich unter Bundeswehrsportlern und weiteren Soldaten, die hier ausgebildet werden. Diese Sporttherapie beruht auf biologischen Gesetzmäßigkeiten und bezieht besonders Elemente pädagogischer, psychologischer und soziotherapeutischer Verfahren ein. „Die bisher daraus gewonnenen Erfahrungen zeigen, dass Soldaten mit Einsatzschädigungen einen enormen Leistungswillen haben und über eine hohe Eigenmotivation verfügen, ihre funktionale Kapazität zu verbessern. Das Ziel, wieder in den Dienstbetrieb eingegliedert zu werden und das Bestreben, die höchstmögliche Lebensqualität wieder zu erreichen, sind Antriebskräfte des Willens“, berichtet Oberst Grygiel und Oberstarzt Dr. Lison bekräftigt dies noch einmal.

Lehrgangsteilnehmer erklärt de Maizière das Bogenschießen
Vorbereitungen für das Bogenschießen (Quelle: Bundeswehr/Kemper)Größere Abbildung anzeigen

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Die richtige Richtung

Martina de Maizière war auf Einladung des Inspekteurs der Streitkräftebais in Begleitung von Ann-Kathrin Linsenhoff, Gründerin der nach ihr benannten UNICEF-Stiftung, und Birgit Heidinger, Beauftragte für Familie und Dienst und Ansprechstelle für Hinterbliebene, ins Münsterland gereist. Nicht allein, um auf den Lehrgang und das Thema prominent aufmerksam, sondern auch, um den Patienten Mut zu machen.

Das angenehme Klima des Besuches mag ein Beispiel geben, wie wir alle mit den Betroffenen und ihren Familien umgehen können. Eine Sache, die immer noch nicht selbstverständlich ist. Mit dem Lehrgang „Sport für Einsatzgeschädigte“ ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung getan, damit wieder mehr einsatzgeschädigte Soldaten „einen Tag erleben, auf den ich mich freuen kann“, wie der Marine-Soldat.

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Stand vom: 05.09.12 | Autor: Ralf Wilke


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