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„Arabischer Frühling“ Thema beim BAKS-Vortrag

Berlin, 13.01.2012.
Mit dem „Schönhauser Forum“ veranstaltet die Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) eine regelmäßige Vortragsreihe zu sicherheitspolitischen Themen. Am 12. Januar war hier die österreichische Fernsehjournalistin Antonia Rados zu Gast. Ihr Thema: „Wohin geht die arabische Welt? – Hintergründe der Revolte und Ausblicke“.

Junge Demonstranten in Kairo

Große Veränderungen in der arabischen Welt (Quelle: dpa/Omar)Größere Abbildung anzeigen

Die promovierte Politologin Rados gilt als Kennerin der Situation in der Arabischen Welt. Mit ihrem Vortrag gab sie den Besuchern der Veranstaltung im Historischen Saal der Akademie einen Eindruck von den Entwicklungen in der Arabischen Welt seit Dezember 2010.

Demografische Entwicklung, digitale Revolution und gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Stillstand: Faktoren, die aus der Sicht der Reporterin den „Arabischen Frühling“ ausgelöst haben. Drei von vier Menschen seien in der Arabischen Welt unter 30 Jahre alt, in Ägypten sei die Hälfte der Bevölkerung jünger als 25, in Syrien sogar jünger als 22 Jahre, trug sie vor. „Das Internet, das Handy und al-Dschazira haben einer Bevölkerung Macht gegeben, die bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine Macht hatte: nämlich der Jugend“, so die Journalistin weiter.

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Erst am Beginn der Geschichte

Der Nahe Osten wird sicherlich in den nächsten Monaten und Jahren religiöser sein“, lautet die Einschätzung der Korrespondentin. Wie sich das auf Europa auswirke, werde zum Teil auch von Europa abhängen. „Es sind tatsächlich außergewöhnliche Ereignisse – Jugendliche, das Internet, moderne Medien haben sie geprägt. Die alte Nahost-Ordnung ist aufgelöst – eine neue ist noch nicht entstanden.“

Die entscheidende Frage werde zukünftig sein, ob die arabische Internet-Generation nicht nur Revolutionen machen, sondern auch demokratisch-islamische, friedliche Gesellschaften errichten kann. „Wir stehen erst am Beginn der Geschichte der modernen Arabischen Welt des 21. Jahrhunderts.“

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Geschichtsträchtiger Ort

Themen mit sicherheitspolitischem Bezug vorgetragen von Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft – das macht das „Schönhauser Forum“ aus. Benannt ist die Vortragsreihe nach der „Schlossanlage Schönhausen“ im Berliner Stadtteil Pankow, in der die BAKS liegt. Ein geschichtsträchtiger Ort: Im Historischen Saal der Akademie fand am 22. Juni 1990 die zweite Runde der Zwei-plus-Vier-Verhandlungen auf Ebene der Außenminister zur Überwindung der Teilung Deutschlands statt.

Eingangstor der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS)

Die Bundesakademie für Sicherheitspolitik in Berlin (Quelle: Bundeswehr/Rott)Größere Abbildung anzeigen

Die Bundesakademie für Sicherheitspolitik ist eine Einrichtung der Bundesregierung, die als selbstständige Dienststelle dem Geschäftsbereich des Verteidigungsministeriums zugeordnet ist. Sie wird von den Bundesministerien des Auswärtigen, der Finanzen, des Inneren, der Justiz, der Verteidigung und für Wirtschaft und Technologie sowie vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gemeinsam getragen.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Burkhard Schmidtke


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