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Die Personalgewinnung der Zukunft

Strausberg, 16.06.2011.
Die Personalgewinnung wird sich für die Bundeswehr stark ändern. Einerseits, weil mit der Aussetzung der Wehrpflicht neue Gegebenheiten bestehen. Und andererseits, weil bei der Neuausrichtung der Bundeswehr neue Weichen gestellt werden. Das machte Verteidigungsminister Thomas de Maizière bei der Tagung der Wehrdienstberater am 16. Juni deutlich.

Minister am Rednerpult

Offenes Wort an Nachwuchswerber (Quelle: Bundeswehr/Pagel)Größere Abbildung anzeigen

Mit der Wehrpflicht fällt ein wichtiges Rekrutierungselement. Denn wer bislang „zum Bund musste“, blieb oft dabei, verlängerte seinen Dienst oder wurde Zeit- oder Berufssoldat. Dieses erste Kennenlernen entfällt nach dem Aussetzen der Wehrpflicht. Was bleibt, ist ein freiwilliger Wehrdienst, mit dem die Bundeswehr zukünftig 5.000 Stellen besetzen will.

Deshalb muss sich die Bundeswehr stärker als bisher um ihren Nachwuchs bemühen. De Maizière sieht darin eine Chance, die besten Köpfe zu gewinnen. Der Soldatenberuf sei hoch angesehen, vermittelte er den rund 100 Wehrdienstberatern, die sich an der Strausberger Akademie für Information und Kommunikation der Bundeswehr zu ihrer Jahrestagung versammelt hatten. Umfragen zufolge liege der Beruf des Soldaten meist unter den ersten zehn. „Das ist das beste Pfund mit dem wir wuchern können“ so der Minister.

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Warum zum Bund?

Er würde oft gefragt: „Warum soll ich als Freiwillig Wehrdienstleistender zur Bundeswehr gehen?“, meinte de Maizière und liefert drei gute Gründe gleich mit.

Erstens: ein Freiwillig Wehrdienstleistender verdient gutes Geld“, so der Minister. 800 bis 1.000 Euro Netto bei freier Heilfürsorge sei eine Menge für einen Schulabgänger. „So viel kriegt kein Lehrling“, sagte de Maizière.

Zweitens sei es wichtig, dass dem jungen Menschen bewusst sei, dass er eine hochattraktive Zeit verbringen wird. „Es gibt Erlebnisse, die über das Geldverdienen hinaus gehen“, sagt der Minister. Dazu gehörten das Zusammenleben mit unterschiedlichen Menschen, die körperliche Herausforderung, Kameradschaft und das Erproben neuer Fähigkeiten.

Und der dritte Grund: Man tut was für sein Land. De Maizière erklärte, er wolle einen fröhlichen Patriotismus wie bei der Weltmeisterschaft transportieren. Die Bundeswehr sei auch eine ganz besondere Nationalmannschaft.

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Personalgewinnung auf neue Füße stellen

Bundesminister vor Soldaten

Bundesminister beantwortet Fragen der Wehrdienstberater (Quelle: Bundeswehr/Pagel)Größere Abbildung anzeigen

Im Zuge der Neuausrichtung steht auch die Personalgewinnung auf dem Prüfstand. „Ich war erstaunt, dass wir für einen Arbeitgeber zwei verschiedene Personalgewinnungsorganisationen haben“, meinte de Maizière. „Das ändern wir jetzt.“

Aus den rund 1.000 Dienstposten der Personalgewinnungsorganisation und den über 3.000 Dienstposten in den Kreiswehrersatzämtern soll eine einzige Organisation mit Standorten überall in der Fläche werden. Dabei gehe es nicht nur darum, Stellen einzusparen „Das wird eine echte Fusion“, so der Minister. Mit dieser Organisation sollen zukünftig Berufs- und Zeitsoldaten sowie Wehrdienstleistende geworben werden. Und: diese Truppe soll mobil werden. „Sie müssen dahin gehen, wo die Menschen sind“, sagte de Maizière.

De Maizière erklärte, dass er die Entscheidung über die Standorte im Herbst treffen werde. Zum 1. Januar sollten die Organisationen dann stehen und arbeitsfähig sein. Bis dahin gelte es, weiterhin guten Nachwuchs für die Streitkräfte zu werben. „Sie haben das bisher gut gemacht“ dankte de Maizière den Anwesenden.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Bettina Berg


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