Minister: Ehemalige Bundeswehrsoldaten mit Einsatzbezug sind Veteranen
Berlin, 18.10.2012.
Ehemalige Bundeswehrsoldaten mit Einsatzbezug sollen nach Vorstellung von Verteidigungsminister Thomas de Maizière künftig als Veteranen gelten. Das gab der Minister am 17. Oktober beim Jahresempfang des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus in Berlin bekannt.

„Wir haben bislang darauf verzichtet, zu sagen, was ein Veteran ist
“, sagte der Minister. Das sei Absicht gewesen. Auch weil es die Sorge gegeben habe, dass die Festlegung eines Veteranenbegriffes zu einer Spaltung in der Bundeswehr beitragen könne.
Zwei Gründe nennt der Minister für die Entscheidung, dass Veteranen ehemalige Soldaten sein sollen: einerseits, um der Sorge einer Zweiteilung der Bundeswehr Rechnung zu tragen, andererseits, um zu verhindern, dass die Wertschätzung für die nicht mehr aktiven Soldaten in Vergessenheit gerät.
Abschließend sagte de Maizière, er hoffe, „dass wir mit dem heutigen Tag einen Schritt weitergekommen sind
“.
Angestoßen wurde die Diskussion um eine Veteranenpolitik für die Bundeswehr durch den Minister. Angesichts der vielen Männer und Frauen der Bundeswehr, die im Auslandseinsatz waren, sprach sich de Maizière für eine besondere gesellschaftliche Wertschätzung und Anerkennung derjenigen aus, die im Einsatz für Deutschland Opfer gebracht haben.
Anfang April dieses Jahres übergab er ein Diskussionspapier über eine Veteranenpolitik für die Bundeswehr an den Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um eine Veteranenpolitik hat der Minister außerdem den kanadischen Minister für Veteranenangelegenheiten, Steven Blaney, in Berlin empfangen. Im Mittelpunkt des Treffens stand ein Erfahrungs- und Wissensaustausch über Zweck, Aufgaben und Ziele der kanadischen Veteranenpolitik.
Kanada betreibt mit dem 1944 gegründeten Department of Veterans Affairs Canada eine ressortübergreifende und gesamtstaatliche Veteranenpolitik.


