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Großoffensive gegen Taliban – Operation Muschtarak

Berlin/Afghanistan/Pakistan, 15.02.2010.
15.000 Soldaten aus Afghanistan, den USA, Großbritannien, Dänemark, Estland und Kanada rücken seit der Nacht auf Samstag gemeinsam gegen die aufständischen Taliban vor. Ziel der größten Offensive seit dem Sturz des Regimes in Kabul ist es, die Taliban aus ihrer Hochburg Mardscha in der Provinz Helmand zu vertreiben.

Amerikanischer Soldat

Patrouille in der afghanischen Provinz Kandahar (Quelle: U.S. Army/Collier)Größere Abbildung anzeigen

Bei der größten Offensive gegen die Taliban seit dem Sturz ihres Regimes in Afghanistan rücken 15.000 Soldaten gegen die Aufständischen im Süden des Landes vor. Unter Führung der afghanischen Sicherheitskräfte beteiligten sich an der Operation Muschtarak (Gemeinsam) Soldaten aus den USA, Großbritannien, Dänemark, Estland und Kanada, teilte die Internationale Schutztruppe ISAF mit. Ziel der Offensive ist es, die radikal-islamischen Aufständischen aus ihren Hochburgen in den Distrikten Mardscha und Nad Ali in der südafghanischen Provinz Helmand zu vertreiben. Offiziell führen die Afghanen das Kommando.

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Zivilbevölkerung schützen

Anders als früher war die Offensive diesmal angekündigt, um Zivilisten zu warnen. Zudem soll die Bevölkerung nach dem Ende der Operation diesmal nicht wieder alleingelassen werden. Die Truppen würden mit großer Gewalt gegen jene Aufständischen vorgehen, die das Angebot der Regierung nicht annehmen, sich zu reintegrieren und sich in den politischen Prozess einzugliedern, teilte die ISAF weiter mit.

Die Soldaten würden sich besonders darauf konzentrieren, die Zivilbevölkerung zu schützen. Vor Beginn der seit Tagen angekündigten Offensive waren zahlreiche Zivilisten aus Mardscha und der Umgebung in die Provinzhauptstadt Laschkarga geflohen.

Die afghanische Menschenrechtskommission AIHRC zeigte sich besorgt über Berichte, dass Afghanen von Taliban am Verlassen des Operationsgebietes gehindert worden seien. Es bestehe die Gefahr, dass Zurückgebliebene als menschliche Schutzschilde missbraucht werden könnten.

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bedauert, dass es im Rahmen der Offensive zu Opfern unter Zivilisten gekommen sei. Er drückte den Hinterbliebenen und der afghanischen Öffentlichkeit sein Mitgefühl aus. ISAF-Kommandeur Stanley McChrystal betonte, dass weiterhin alles getan werde, um das Risiko für die Bevölkerung zu minimieren.

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Taliban-Kommandeur festgenommen

In einer gemeinsamen Aktion des US-amerikanischen und pakistanischen Geheimdienstes wurde der für die Organisation von Kampfeinsätzen zuständige Mullah Baradar festgenommen. Die Festnahme soll bereits vor einigen Tagen in der pakistanischen Stadt Karatschi erfolgt sein.

Baradar sei Führer des Militärrates der Taliban. Er soll vor allem für Aktionen im Süden und Südwesten Afghanistans verantwortlich gewesen sein. Diese Region ist Schwerpunkt der aktuellen Operation Muschtarak. Die Geheimdienste erhoffen sich durch die Festnahme Baradars Hinweise, die dem Ergreifen weiterer Taliban-Anführer dienen.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Ralf Bonk/Florian Manthey


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