Afghanen bitten Niederländer zu bleiben
Berlin, 10.05.2010.
Einwohner der afghanischen Provinz Uruzgan reichten im März eine Petition an die Niederlande ein. Darin appellieren Stammesführer und Dorfälteste der Provinz an die Niederlande, ihre dort stationierten Soldaten der internationalen Schutztruppe nicht abzuziehen.

In der Petition geben die Afghanen ihre Befürchtungen hinsichtlich der weiteren Entwicklung zum Ausdruck, sollten sich die Niederländer aus Uruzgan zurückziehen. In Uruzgan konnte in den vergangenen Jahren die Situation in wichtigen Bereichen wie Gesundheit, Wasser- und Energieversorgung, Verwaltung und Bildung deutlich verbessert werden, wie die Verfasser der Eingabe hervorheben.
Verbesserte Lebensbedingungen
Ein Großteil der Familien profitiere von den verbesserten Lebensbedingungen. Diese Fortschritte seien ohne die militärische Absicherung durch die niederländischen ISAF-Soldaten nicht möglich gewesen, heißt es in der Petition. Da die afghanischen Sicherheitskräfte derzeit noch nicht in der Lage seien, für Sicherheit in der Provinz zu sorgen, sei die Präsenz der ISAF-Truppen weiterhin notwendig, um den zivilen Aufbau weiter voranzutreiben.
Die Petition war während einer traditionellen afghanischen Ratsversammlung an eine niederländische Delegation des örtlichen Militärstützpunktes übergeben worden. Das Schreiben entstand auf Betreiben von Einwohnern der Provinz und wurde von mehreren Stammes- und Distrikt-Führern unterzeichnet.
Die Niederlande werden ab August mit dem Abzug ihrer Soldaten aus der Provinz beginnen. Im Februar war die Regierungskoalition von Ministerpräsident Jan Peter Balkenende am Streit um die Verlängerung des Afghanistaneinsatzes zerbrochen. Die Niederlande beteiligen sich mit 1.880 Soldaten an der ISAF-Mission und betreiben im Regionalkommando Süd in der Provinz Uruzgan ein regionales Wiederaufbauteam.
