General Wieker: Einsatzreise vom Balkan über Zypern zum Horn von Afrika
Potsdam, 03.06.2010.
Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, besuchte vom 25. bis zum 27. Mai die deutschen Einsatzkontingente auf dem Balkan, im Mittelmeer und am Horn von Afrika. „Ich möchte in erster Linie mit den Soldaten ins Gespräch kommen, um zu hören, was die Truppen im Einsatz bewegt“
, sagte Wieker zur Motivation seiner Einsatzreise.

Am 25. Mai traf Wieker Soldatinnen und Soldaten des EUFOR-Kontingents in Bosnien und Herzegowina. Auftrag des Einsatzkontingentes ist die militärische Absicherung des Friedensvertrages von Dayton, die Volksgruppen von Feindseligkeiten abzuhalten und die Bewegungsfreiheit eigener Kräfte, internationaler Organisationen und Nicht-Regierungsorganisationen zu gewährleisten.
Im weiteren Verlauf der Reise besuchte Wieker die Multinational Battle Group South (MNBG (S)). Mit der Schweiz, Österreich, der Türkei und Deutschland sind im südlichen Kosovo vier Nationen für Stabilität und Sicherheit im Rahmen von KFOR verantwortlich. Der Hauptauftrag für KFOR ist die militärische Absicherung des Aufbaus eines multi-ethnischen, friedlichen, rechtsstaatlichen und demokratischen Kosovo.
Wieker nutzte die Gelegenheit, mit Soldatinnen und Soldaten aus allen Bereichen der Battle Group ins Gespräch zu kommen. Dabei erklärte der General, dass die Leistungen der KFOR in Deutschland mehr in den Vordergrund der Medienberichterstattung gebracht werden sollten. Für die gezeigten Leistungen gebühre allen Soldatinnen und Soldaten „Respekt und Anerkennung“
, denn auch der Balkaneinsatz sei für die Soldaten sehr fordernd.
Auf Zypern beim deutschen UNIFIL-Kontingent
Am Folgetag besuchte Wieker die deutschen Marineeinheiten im zypriotischen Limassol. Nach einem Lagevortrag konnte er sich bei einer Schiffsführung einen Eindruck über das Aufgabenspektrum des Flaggschiffes verschaffen, das im Rahmen der Ausbildungsunterstützung der libanesischen Marine und der Versorgung der Marineeinheiten auf See ist.
Weitere Einblicke über die Bandbreite des UNIFIL Einsatzes wurden mit der Besichtigung des sogenannten „Castle“ vermittelt. Deutsche Marineschutzkräfte sichern diesen Hafenteil in Limassol, von dem aus die Einheiten des Einsatzkontingents versorgt werden. Ein besonderer Programmpunkt des Generalinspekteurs war das Gespräch mit den Vertrauenspersonen des Einsatzkontingents. In offener Runde konnten Fragen, Probleme, Sorgen und Nöte der Soldatinnen und Soldaten angesprochen werden. Sichtbar beeindruckt lobte Wieker das professionelle Engagement der Kontingentangehörigen und setzte anschließend seine Reise von Paphos aus zum Horn von Afrika fort.
Bei der Marine am Horn von Afrika
Am 27. Mai besichtigte der Generalinspekteur zunächst den Seefernaufklärer P-3C Orion, der im Rahmen des OEF-Einsatzes am Horn von Afrika das Seegebiet erkundet, um Lagebilder zu erstellen. Außerdem unterstützt die Einsatzgruppe rund um den Seefernaufklärer P-3C Orion auch die Anti-Piraterie Mission Atalanta der EU. „Der General überzeugte sich in unserer Airbase vom Ausbildungsstand der fliegenden Besatzung und Techniker“
, sagte der Kontingentführer des deutschen Einsatzkontingentes OEF, Jens von Rauchhaupt. Derzeit sind etwa 60 Soldaten aus dem Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ in Dschibuti stationiert.
Die nächste Station der Einsatzreise des Generalinspekteurs war die Deutsche Verbindungs- und Unterstützungsgruppe (DVUG) in Dschibuti, wo circa 30 Soldaten rund um die Uhr die logistische Versorgung der OEF- und Atalanta-Marineeinsätze sicherstellen. „Wir sind ein wichtiges Bindeglied der wechselnden Kontingente – ins Land, zur Bevölkerung und bei der gegenseitigen Unterstützung anderer hier stationierter Nationen: Wir haben und halten die Kontakte“
, so der Leiter der DVUG, Fregattenkapitän Frank Steinbeck.
Zum Ende seiner Reise besuchte der Generalinspekteur die Fregatte Schleswig-Holstein, die im Hafen von Dschibuti festgemacht hatte. Seit dem 19. Mai ist das Schiff im Einsatz für die Operation Atalanta. Von ersten Erfolgen wusste Fregattenkapitän Nils Brandt, Kommandeur der Schleswig-Holstein und Kontingentführer des deutschen Einsatzkontingents Atalanta, zu berichten. So übernahm die Fregatte auf ihrer ersten Einsatzfahrt im Seegebiet vor der somalischen Küste den Eskortauftrag, ein libanesisches Handelsschiff des World Food Programme sicher bis zum somalischen Zielhafen durch die Gewässer zu geleiten. „Das ist unser Kernauftrag bei Atalanta“
, unterstrich Kommandant Brandt.
