NATO-Botschafter in Afghanistan besucht RC North
Mazar-e Sharif, 03.06.2010.
Der Kommandeur des Regional Command North (RC North), Brigadegeneral Frank Leidenberger, begrüßte am 2. Juni den höchsten zivilen Repräsentanten der NATO in Afghanistan, Botschafter Mark Sedwill, zu einem Kurzbesuch im Camp Marmal in Mazar-e Sharif. Es war Sedwills erster Besuch des Regionalkommandos Nord als NATO-Botschafter.

In enger Zusammenarbeit mit ISAF hält der britische Diplomat Sedwill die direkte Verbindung mit dem Brüsseler NATO-Hauptquartier und dem Nordatlantikrat, dem höchsten Entscheidungsgremium innerhalb des Bündnisses.
Komplexer Auftrag in der Nordregion
Nachdem sich Sedwill zunächst mit General Leidenberger zu einem Vieraugengespräch getroffen hatte, wurde der NATO-Repräsentant anschließend in die allgemeine Lage für Nordafghanistan eingewiesen. „Wir arbeiten auf der gleichen Ebene und ergänzen uns bestens“
, sagte Sedwill anschließend. Mit Leidenberger stehe ein Kommandeur an der Spitze des Regionalkommandos Nord, der die Komplexität des Auftrages in dieser Region klar erkannt habe und die damit verbundenen Herausforderungen erfolgreich umsetze.
Außerdem betonte der NATO-Botschafter, dass der Verantwortungsbereich des RC North spezielle Ansprüche und Anforderungen an die ISAF-Truppen vor Ort stelle. Obwohl der Norden des Landes im Vergleich zum Süden als ruhig gelte, gebe es auch im RC North Distrikte, in denen die Aufständischen operieren und Anschläge durchführen.
Diese Gegenden müssten gemeinsam mit den afghanischen Sicherheitskräften isoliert und stabilisiert werden, damit die erfolgreiche Aufbauarbeit im Norden des Landes weiter vorangetrieben werden könne. Die Ausbildung afghanischer Soldaten und Polizisten mit anschließenden gemeinsamen Einsätzen – das sogenannte Partnering – ist Teil der neuen Afghanistan-Strategie der NATO.
Die richtige Balance finden
„Diese Balance zwischen militärischen Operationen und erfolgreicher Aufbauarbeit muss ausgewogen sein“
, so Sedwill. Entscheidungen sollten mit der erforderlichen Sensibilität getroffen werden. Dies sei in der Nordregion besonders schwierig und fordere das Regionalkommando Nord.
Ein Gespräch mit dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, der sich für zwei Tage in Kunduz und Mazar-e-Sharif aufhielt, gehörte ebenfalls zu Sedwills Besuchsprogramm.
