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Die Battlegroups der Europäischen Union

Berlin, 06.12.2010.
Die European Union Battlegroups (EU BG) sind das Instrument der EU zur schnellen militärischen Krisenreaktion. Seit 2007 voll einsatzbereit, stehen der EU ständig zwei EU BG für jeweils 6 Monate zur Verfügung.

Soldaten in einer Reihe – Ausschnitt Hände mit Gewehren

Battle Groups: schnell, flexibel, europäisch

EU BG werden unter Verantwortung einer Führungsnation durch die Mitgliedstaaten der EU sowie interessierte Nicht-EU-Staaten zusammengestellt, ausgebildet und zertifiziert. Sie bestehen im Kern aus einem Infanteriebataillon, Kampfunterstützungs-, Einsatzunterstützungs- und Sanitätskräften sowie einem verlegbaren Hauptquartier (Force Headquarters). Die Gesamtstärke beträgt je nach Umfang der Fähigkeiten zwischen 1.500 und 2.500 Soldatinnen und Soldaten.

Eine EU BG soll nach Entstehen einer Krise und Entscheidung der EU zur Aktivierung nach 10-15 Tagen im Einsatzgebiet mit der Operation beginnen können. Die Einsatzdauer beträgt grundsätzlich 30 Tage, eine Ausdehnung bis zu 120 Tage ist möglich.

EU BG eignen sich für Einsätze im gesamten militärischen Spektrum, von der Unterstützung humanitärer Hilfeleiststung und Konfliktverhütung bis hin zu Kampfeinsätzen. Die besondere Herausforderung ist dabei, dass sich die EU BG im vornherein nicht auf ein bestimmtes Szenario festlegen können, sondern im Falle des Auftretens einer Krise flexibel und schnell auf die entsprechende Lage reagieren müssen.

Deutschland beteiligt sich seit den Anfängen des Konzepts regelmäßig und umfassend an der Auf- und Bereitstellung der schnellen Einsatzverbände der EU. Bis zum Jahr 2014 nimmt die Bundeswehr in unterschiedlichen multinationalen Konstellationen an EU BG Einsatzverbänden teil:

  • Im 1. Halbjahr 2010 unter polnischer Führung, weitere Partner sind Lettland, Litauen und die Slowakische Republik.
  • Im 1. Halbjahr 2011 unter Führung der Niederlande, gemeinsam mit Österreich, Finnland und Litauen.
  • Im 2. Halbjahr 2012 nimmt Deutschland selbst die Führung wahr, Partnernationen sind Österreich, die Tschechische Republik und Irland, sowie Kroatien und Mazedonien als Nicht-EU-Staaten.
  • Im 1. Halbjahr 2013 wiederum unter polnischer Führung, gemeinsam mit Frankreich im sogenannten „Weimarer Dreieck“.
  • Im 2. Halbjahr 2014 unter belgischer Führung, mit Spanien, den Niederlanden und Luxemburg als weitere Partner.

Vergleichbar ist die Idee der EU BG mit der NATO Response Force (NRF), jedoch ist das dahinterstehende Konzept zum Teil unterschiedlich. So stehen der NATO beispielsweise wesentlich mehr Kräfte für eine schnelle militärische Krisenreaktion zur Verfügung. Auch am Konzept der NRF ist Deutschland beteiligt.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Zentrale Onlineredaktion Bw


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